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Umwelt | Biodiversität | 05.09.2016

Ein ungeliebter Baustellengast: der japanische Knöterich

Invasive Neophyten breiten sich in der Schweiz vermehrt aus. Die importierten Pflanzen mögen auf den ersten Blick harmlos erscheinen, allerdings verursachen sie auf Baustellen viele Probleme.

Japanischer Knöterich

Viele Neophyten wurden ursprünglich als Zierpflanzen eingeführt, gewinnen in der Schweiz aber immer mehr an Boden. So sind beispielsweise die Goldrute und der beliebte Sommerflieder in vielen Gärten anzutreffen. Das Wort Neophyt stammt vom griechischen «neóphytos» und bedeutet «neu gepflanzt». Weil die neuen Pflanzen einheimische Arten verdrängen, werden sie als invasive Neophyten bezeichnet. Solche Neophyten können zudem gefährlich für die Gesundheit sein. Der Blütenstaub der Ambrosie, auch als Traubenkraut bekannt, kann Asthmaanfälle verursachen. Kommt man in Kontakt mit dem Saft des Riesenbärenklaus, entstehen unter Sonneneinstrahlung Verbrennungssymptome und Blasen. In der Baubranche müssen neben den gesundheitsschädigenden Pflanzen auch Neophyten beobachtet werden, welche die Infrastruktur schädigen.

Ambrosie

Ambrosie

 

Kampf gegen invasive Neophyten

Kantone und Gemeinden haben das Gefahrenpotential invasiver Problempflanzen bereits erkannt. Mit Informationsarbeit, Schwarzen Listen und anderen Massnahmen zur Bekämpfung der gebietsfremden Pflanzen gehen sie gegen diese vor. Der Kanton St. Gallen investiert jährlich über 20’000 Stunden in die Erfassung und Bekämpfung von invasiven Neophyten. Auch Schulklassen beteiligen sich mit Projektwochen und Naturschutzeinsätzen immer öfter an der Eindämmung dieser Pflanzen. Es besteht also Handlungsbedarf auf allen Ebenen.

 

Neophyten auf Baustellen

JMS setzt einen starken Akzent auf Nachhaltigkeit im Bau. Bei Projekten stossen wir immer öfter auf invasive Neophyten. Für die Baubranche im Raum St. Gallen gilt der kantonale Neophyten-Plan. In diesem sind Gefahrengebiete verzeichnet. Sollte das aktuelle Baugebiet in eine solche Zone fallen, muss dies gemeldet werden. Dann wird dem Bauteam ein Biologe zur Seite gestellt, der das Projekt betreut, damit invasive Neophyten sachgemäss entsorgt werden. Beim Bodenaushub wird sorgfältig darauf geachtet, dass Samen und andere Teile von Problempflanzen nicht verbreitet werden. Zudem muss die Erde um die Neophyten herum und in die Tiefe grosszügig abgetragen werden. Doch auch wenn die Baustelle sich nicht in der markierten Gefahrenzone befindet, müssen invasive Neophyten gemeldet werden. Bei einem solchen Projekt muss zunächst der Bestand an Problempflanzen abgeklärt werden.

 

Japanischer Knöterich in Kiesgruben

Unser Kiesgrubenleiter Urs Fäs kennt die Schwarze Liste invasiver Neophyten und ist im Umgang mit denselben entsprechend geübt. Während seiner langjährigen Tätigkeit als Kiesgrubenleiter konnte er eine stetige Zunahme invasiver Neophyten feststellen. «Vor allem der japanische Knöterich ist in den Kiesgruben mühsam.» Er sei extrem widerstandsfähig und besitze eine starke Wuchskraft, weshalb er sich auch aus fünf Metern Bodentiefe wieder hervorkämpfe und rasant verbreite. Bleibt bei einem unvorsichtigen Bodenaushub ein kleines Sprossenstück zurück, regeneriert sich der Knöterich wieder. Da er die Kraft hat, Asphalt und Uferwege zu sprengen, ist bei diesem Neophyten das saubere Ausheben des Bodens rund um Pflanzenreste besonders wichtig.

 

Fazit: Invasive Neophyten auf Baustellen müssen gemeldet werden. Daher ist es gut, wenn man Gefahrenzonen sowie die Schwarze Liste der Problempflanzen kennt und frühzeitig reagiert. Bei JMS achten ausgebildete Fachkräfte mit besonderer Sorgfalt auf den Erhalt der Biodiversität.

 

Mit welchen Neophyten haben Sie zu kämpfen? Wir freuen uns auf den Erfahrungsaustausch mit Ihnen.

 

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Weitere Informationen:

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