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Umwelt | Klima & Energie | 29.02.2016

Kies und Sand – ein Geschenk der Gletscher

Kies und Sand stecken in praktisch jedem Bauwerk drin. Nicht nur sind viele tausende Strassenkilometer damit gekoffert, auch ein Kubikmeter Frischbeton enthält rund zwei Tonnen Kies und Sand. Ein wertvolles Gut also – und eine endliche Ressource.

JMS transportiert Kies mit dem Ledischiff
Werden Kies und Sand per Schiff statt per Lastwagen transportiert, kann viel Treibstoff gespart und der CO2-Ausstoss verringert werden.

Das schweizerische Mittelland ist wortwörtlich «stein-reich». Zu verdanken hat es das grosse Kies- und Sandvorkommen den Eiszeiten. Als die Gletscher vor tausenden von Jahren mehrmals gewachsen sind, haben sie riesige Mengen an Verwitterungsschutt ins Vorland geschoben. Schmelzwasser hat diese Massen bis in die Niederungen weitertransportiert. Diese Ablagerungen sind heute ein wertvolles Gut. So auch in der Region Linthgebiet, in der die JMS mehrere Kiesgruben unterhält.

 

Wertvoll und begrenzt
Über Tausende von Jahren lag der Schutt ungenutzt unter Wald und Wiesen. Inzwischen ist Kies und Sand weltweit zur wichtigsten natürlichen Ressource geworden, als Zuschlagstoff für Mörtel und Beton und damit einer der gewichtigsten Baustoffe überhaupt. Weltweit werden etwa 10 Milliarden Kubikmeter Beton pro Jahr verbaut.

 

Recyclingbeton schont die natürlichen Ressourcen
Doch wie bei jeder natürlichen Ressource ist das Vorkommen von Kies und Sand nicht unendlich. «Ein schonender Umgang mit diesem wertvollen Rohstoff ist daher nicht nur aus ökologischen Gründen notwendig», sagt Ueli Jud, CFO und Verwaltungsrat bei JMS sowie Präsident des KSKB (Kantonalverband Steine Kies Beton St. Gallen). Eine Alternative zum herkömmlichen, ressourcenintensiven Beton ist Recyclingbeton, auch RC-Beton genannt. Statt frischem Sand und Kies wird Material von Rückbauten – sogenanntes Sekundärmaterial – verwendet.  Dies schont nicht nur die Kiesbestände, sondern auch knapp gewordenen Deponieraum.

 

Umweltfreundlicher Transport per Förderband und Ledischiff
Auch kurze Transportwege sowie der Verlad von der Strasse auf Bahn und Schiff schonen die Umwelt bei der Verarbeitung von Sand und Kies. «Liegen Beton- und Kieswerk unmittelbar beieinander, kann der Rohstoff emissionsarm per Förderband angeliefert werden. Und wenn 80‘000 Tonnen Kies und Sand per Schiff statt per Lastwagen transportiert werden, können damit bis zu 4000 Lastwagenfahrten eingespart werden», erklärt Ueli Jud.

 

Fazit: Kies und Sand sind wertvolle Ressourcen, die sparsam eingesetzt werden sollen. Recyclingbeton ist eine Möglichkeit, dazu beizutragen. Wer weiterdenkt, behält aber auch den Transport der Rohstoffe im Auge. Übrigens, welche Rolle die Kiesgruben für den Naturschutz spielen, erfahren Sie im Artikel über Rekultivierung.

 

Quelle:
FSKB – Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie

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