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Umwelt | Klima & Energie | 23.09.2015

Mit Öpfelbütschgi das Haus beleuchten

Eierschalen, Fischgräte, Öpfelbütschgi: In der Schweiz verursacht eine Person pro Jahr durchschnittlich 100 bis 150 Kilogramm Küchen- und Gartenabfälle. Sinnvoll verwertet wird daraus weit mehr als Kompost: Mit der Energie aus einem Kilogramm Speiseabfall kann eine 40-Watt-Glühbirne sechs Stunden lang betrieben werden oder ein Auto einen Kilometer weit fahren. Und das alles CO2-neutral! Landolt Transport unterstützt diese umweltfreundliche Energiegewinnung durch eine Beteiligung an der Kompogas-Anlage Samstagern.

Aus Bioabfällen entsteht Kompogas.
Zum Wegwerfen viel zu wertvoll: Aus Bioabfällen entsteht nachhaltige Energie.   (Quelle: Traumrune / Wikimedia Commons / CC-BY-3.0)

Wir befinden uns im Jahre 1988. Sehr zur Freude seiner Frau lässt der Schweizer Tüftler Walter Schmid auf der Terrasse ein Gemisch aus Schnittgras, Küchenabfällen und Hühnermist explodieren. Er ist davon überzeugt, Gas als wertvolle Energie aus Biomüll gewinnen zu können. Und tatsächlich: Aus seiner Versuchsreihe entsteht «Kompogas», ein Verfahren, das heute weltweit zur Herstellung CO2-neutraler, «grüner» Energie eingesetzt wird.

So funktioniert‘s: Zunächst werden die Garten- und Küchenabfälle zerkleinert und von Fremdstoffen befreit. In einem vollkommen abgeschlossenen Reaktor (Fermenter) vergären die Abfälle mit Hilfe mehrere Bakteriengruppen während 15 bis 20 Tagen bei einer Temperatur von 55 bis 60 Grad. Nebst dem gesuchten Biogas entsteht aus den Gärresten ein hochwertiger und biozertifizierter Dünger. Somit wird der ökologische Kreislauf geschlossen: Der Dünger kommt auf ein Feld, auf dem Kartoffeln wachsen, deren Schalen im Idealfall wieder in einer Kompogas-Anlage enden.

Die Vorteile des Verfahrens liegen somit auf der Hand: Die Umwelt wird geschont, die Rohstoffe bis zur letzten Zelle ausgenutzt und lokal wiederverwertet. Das gewonnene Biogas wird in elektrische Energie oder Wärme umgewandelt oder ins Gasnetz eingespeist. Im Gegensatz zu anderen Formen von erneuerbarer Energie wie Wind oder Sonne ist Biogas kontinuierlich verfügbar und kann gespeichert werden. Vereinfacht gesagt: Ihre Eierschalen, Fischgräte und Öpfelbütschgi helfen mit, dass auch in Spitzenzeiten genügend erneuerbare Energie zur Verfügung steht.

Gemäss einer Untersuchung sind ein Drittel aller Haushaltsabfälle organischer Natur. Abfalltrennung lohnt sich also! Durch eine Beteiligung an der Kompogasanlage Samstagern unterstützt Landolt Transport die Förderung von lokaler, umweltfreundlicher Energie. Wann helfen Sie mit?

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Kommentare

09.10.2015 19:13

Grazioli Bernhard

Ich find dass eine sehr gute und nützliche Sache. Vor der JMS Anstellung im Jahre 2006 Arbeitete ich bei der R O M ( Recycling, Organische, Mineralien ). Die Firma Landolt brachte die Grünabfälle nach Jona Engelhölzli in die Kompostierung bevor es nach Samstagern gebracht wurde.