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Umwelt | Transport | 12.04.2017

Leerfahrten um 50 Prozent reduziert

Bei der JMS lautet der Grundsatz in der Disposition: Möglichst immer mit Ladung fahren. Wie die Leerfahrten mit diesem Leitspruch und einem vollintegrierten Flottenleitsystem um bis zu 50 Prozent gesenkt werden konnten, erklären wir in diesem Blogbeitrag.

Lastwagen Euro 6 der JMS
Alle Fuhren werden bei der JMS laufend optimiert, um Fahrwege und Leerkilometer zu reduzieren.

Dass sich Tradition und Moderne nicht widersprechen müssen, zeigt die JMS immer wieder. Seit über 85 Jahren ist das Familienunternehmen in der Region rund um den Zürichsee tätig. Dabei setzt es auf die neuen Möglichkeiten, welche die Digitalisierung Unternehmen bietet. So zum Beispiel in der Disposition: «Telefonische Aufträge erfasse ich elektronisch in unserem System», erklärt Chefdisponent David Dubacher. Sämtliche Transportfahrzeuge – 13 eigene Kipper im Erdbau und 17 Betonfahrmischer – sind mit einem Tablet ausgerüstet. So kommen die Aufträge schnellstmöglich beim Fahrer an. Gleichzeitig können David Dubacher und sein Team über das Flottenleitsystem in Echtzeit beobachten, wo welches Fahrzeug unterwegs ist und in welche Richtung es fährt. Der grosse Vorteil davon: Alle Fuhren können laufend optimiert werden, so dass die Fahrwege möglichst kurz und die Leerkilometer möglichst tief ausfallen.

 

Transportkette praktisch geschlossen

Noch vor zehn Jahren waren Kipper ausschliesslich zwischen Baustelle und Deponie unterwegs; die Komponenten wurden von Betonfahrzeugen transportiert. Heute unterhält die JMS eine praktisch geschlossene Transportkette. Ein Beispiel: Ein LKW bringt Aushubmaterial von einer Baustelle in Esslingen im Zürcher Oberland zur Grube Eichholz in Gommiswald. Bei der nur wenige 100 Meter entfernten Abbaustelle lädt er Kies auf und transportiert es zum Kieswerk in der Grynau. Idealerweise fährt er auf dem weiteren Weg zurück zur Baustelle noch das Betonwerk in Willikon an und liefert Komponenten aus dem Kieswerk zur Betonproduktion ab. Nur noch wenige Leerkilometer trennen den LKW nun von der Baustelle, von der er wiederum Aushub zur Kiesgrube transportieren soll. «Auf diese Weise konnten wir die Leerfahrten um bis zu 50 Prozent senken», freut sich David Dubacher. Einzig bei den Betontransportern mit den Fahrmischern kann das System nicht geschlossen werden. «Auf dem Rückweg zum Betonwerk kann keine Gegenfuhr gemacht werden.» Doch auch hier agiert die JMS ökologisch und ökonomisch sinnvoll: Ihre Betonwerke sind rund um den Zürichsee platziert, sodass sämtliche Lieferwege so kurz wie möglich sind.

 

Ein Mitarbeiter in der Disposition der JMS

Mit dem Flottenleitsystem kann die Position der Fahrzeuge in Echtzeit beobachtet werden. (Bild: Informaticon AG)

 

Transport mit Ledischiff spart 13 Lastwagenfuhren

Auch bei den Komponenten achtet die JMS auf den ökologischen Fussabdruck: Sie verarbeitet in ihren Betonwerken zu 100 Prozent Schweizer Kies aus der Region. «Kies aus Süddeutschland einzuführen, kommt für uns nicht in Frage», stellt CFO Ueli Jud klar. Zudem ist zwischen dem Kieswerk Grynau und dem grössten Betonwerk der JMS in Pfäffikon SZ (bzw. dem Umschlagplatz in Hurden) noch immer regelmässig ein Ledischiff unterwegs. «Auf den Schiff können statt 24 gleich 320 Tonnen Kies transportiert werden – und das mit der gleichen Menge an Treibstoff», führt Ueli Jud aus. «Mit einer einzigen Schiffsfahrt können so 13 Lastwagenfuhren eingespart werden.»

 

Ledischiff der JMS

Ledischiff der JMS

 

Euro VI-konforme Fünfachser für beste Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit

Diese Einsparungen freuen nicht nur die Umwelt, sondern zahlen sich auch betriebswirtschaftlich aus. «Weniger Kilometer bedeuten weniger Abgaben an den Bund. Gegenwärtig sind dies ca. 1 Franken pro Kilometer bei einem Fünfachser», rechnet David Dubacher vor. Um die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zusätzlich zu verbessern, ist die JMS grossmehrheitlich mit Fünfachsern unterwegs. So kann die maximale Nutzlast von 24 Tonnen stets ausgenutzt werden. 12 der 13 Muldenfahrzeuge sind zudem Euro VI-konform. «Nachhaltigkeit wird bei uns so täglich gelebt», sagt Ueli Jud.

 

Übrigens: Schauen Sie auch das Video zum Flottenleitsystem an.

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