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Umwelt | Klima & Energie | 08.05.2018

Bauen unter Wasser

Der Wasserbau gehört zu den Kernkompetenzen der JMS RISI. Die Tätigkeiten erstrecken sich von der Errichtung von Hafenanlagen bis hin zu Renaturierungen. Und auch kürzlich war ein Wasserbau-Team der JMS RISI wieder im Einsatz: Zwischen Rapperswil und der Insel Lützelau führte die JMS RISI Grabarbeiten für die Verlegung von Leitungen durch.

Der Bagger auf dem Ponton hebt einen Graben für Leitungen zur Insel Lützelau aus.

Der auf einem Ponton schwimmende Bagger auf dem Zürichsee war schon von Weitem sichtbar. Rund einen Monat war die Wasserbau-Equipe der JMS RISI zwischen Rapperswil und der nahegelegenen Insel Lützelau im Einsatz. Grund für die Arbeiten war die Erneuerung der Werkleitungen und der Abwasseranlage auf der Insel. An denjenigen Stellen, an denen die Wassertiefe weniger als zehn Metern beträgt, führte die JMS RISI den Aushub und die anschliessende Zuschüttung der Leitungen durch. Vor Rapperswil waren rund 500 Meter betroffen, vor der Insel Lützelau nochmals rund 100 Meter.

 

Steuerung mit GPS

Um den Graben genau an der vorgesehenen Stelle und in der richtigen Tiefe auszuheben, wurde der Bagger mittels GPS gesteuert. «So hatte der Baggerfahrer jederzeit den Überblick über die aktuelle Position der Baggerschaufel», erklärt Freddy Hartmann, Leiter Wasserbau bei der JMS RISI. Trotz modernster Technik sei das Einhalten der vorgegebenen Tiefe eine der grössten Herausforderungen gewesen, so Hartmann. Das Projekt konnte jedoch ohne Verzögerungen abgeschlossen werden.

 

Spezialisten im Einsatz

Von der JMS RISI waren während dem Projekt zwischen fünf und sieben Personen im Einsatz. Ein eigentliches «Wasserbau-Team» gebe es bei der JMS RISI jedoch nicht, erzählt Hartmann. Das Team mit erfahrenen Spezialisten aus dem Tief- und Spezialtiefbau werde jeweils vor dem Einsatz zusammengesetzt: «Je nach Projekt wird auch ein Taucher hinzugezogen, um unter Wasser Schweiss-, Brenn- oder Montagearbeiten durchzuführen».

 

Taucher der JMS RISI im Einsatz.

 

Dank gut ausgebildeten Mitarbeitenden und der modernen Technik kann die JMS RISI ein breites Spektrum an Tätigkeiten im Wasserbau anbieten. Dazu gehören beispielsweise das Erstellen von Hafenanlagen, Bootsstegen oder Wellenbrechern sowie Hochwasserschutz.

Und auch Rammungen unter Wasser werden regelmässig durchgeführt. Gleich nach Abschluss der Arbeiten bei der Insel Lützelau führte die JMS RISI einen weiteren Auftrag bei Rapperswil aus. «Der Bagger auf dem Ponton wurde durch einen Bagger mit Anbauvibrationsgerät ersetzt, sodass wir insgesamt 55 Pfähle für die Befestigung der neuen Signalbojen zwischen Rapperswil und Schmerikon auf dem Seegrund einbringen konnten konnten», erzählt Freddy Hartmann.

 

Mehr Ökologie im Wasserbau

Ein Thema, das beim Wasserbau in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, ist der Umweltschutz. Bis in die 70er Jahre dominierten im Wasserbau technische Kriterien – ökologische Aspekte wurden dabei oftmals vernachlässigt. Dies änderte sich in den vergangenen 20 bis 30 Jahren grundlegend, wie auch Freddy Hartmann bestätigt: «Die Anzahl an Regelungen und Richtlinien hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen». Dies betreffe beispielsweise die fachgerechte Entsorgung des Aushubmaterials. Mit dem wachsenden ökologischen Bewusstsein in der Öffentlichkeit haben bei der JMS RISI auch die Anzahl Aufträge für Renaturierungen zugenommen. «Häufig werden eingedolte Gewässer freigelegt, um sie in einen möglichst naturnahen Zustand zurückzuführen», erklärt Hartmann. Bereits mit relativ einfachen Massnahmen könne so der Umwelt viel Freiraum zurückgegeben werden.

 

Ökologische Aspekte werden zunehmend wichtiger im Wasserbau.

 

Langjährige Faszination für den Wasserbau

Ob spektakuläre Projekte auf dem See oder Renaturierungen von Gewässern: Freddy Hartmann hat die Begeisterung für den Wasserbau schon früh gepackt. «Und das, obwohl ich im Toggenburg aufgewachsen und eigentlich ein Bergmensch bin», erzählt Hartmann. Während seiner Weiterbildungszeit beobachtete er beim Erledigen der Hausaufgaben vom Seeufer aus die Lastschiffe der JMS auf dem Zürichsee. «Per Zufall wurde gleich nach meiner Ausbildung eine Stelle bei der JMS als Bauführer ausgeschrieben.» Mittlerweile ist Freddy Hartmann bereits seit über 30 Jahren bei der JMS tätig. Seit 2002 ist er zudem Mitglied der Geschäftsleitung.

 

Freddy Hartmann (rechts) ist seit 30 Jahren bei der JMS tätig und seit rund 15 Jahren Mitglied der Geschäftsleitung. Arnold Keller (links) arbeitet seit 10 Jahren als Maschinist bei der JMS.

 

 

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