Nachhaltigkeit
Umwelt
Gesellschaft
Aus der Region – für die Region bei der JMS

Entwicklung des nachhaltigen Handelns

Als Familienunternehmung sind Regionalität und nachhaltiges Handeln für die JMS seit jeher wichtige Anliegen. Kurz nach dem ersten Weltkrieg schaffte Johann Müller Arbeitsplätze für Mitarbeitende aus der Region, als er vornehmlich Steine und Baumaterialien auf dem Seeweg in Richtung Zürich transportierte. Bereits in den dreissiger Jahren wurden unsere Baustoffe durch die ETH Zürich geprüft. So konnte schon damals eine hohe Qualität gewährleistet werden, wodurch seit jeher eine langlebige und nachhaltige Bauweise ermöglicht wurde.

Unter der zweiten Generation wurden die aus den 60er-Jahren und aus US-Armeebeständen stammenden Seilbagger und Raupentraxe durch moderne Hydraulikbagger und Raupenlader ersetzt. Dank effizienteren Motoren und modernen Steuerungen verbesserten sich Leistung und Dauerhaftigkeit um ein Vielfaches – bei gleichbleibendem Treibstoffverbrauch.

Der erste Hydraulikbagger im Jahr 1975 im Einsatz bei einem Rückbau in Jona.

Im Jahr 1987 definierte die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung den Begriff der nachhaltigen Entwicklung wie folgt:

«Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.»

Entsprechend dieser Definition bezieht sich eine nachhaltige Entwicklung nicht allein auf die Umwelt, sondern auch auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche. Der Schweizer Bundesrat spezifizierte damals die Zielrichtungen der Nachhaltigkeit wie folgt:

«Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, ökologische Verantwortung und gesellschaftliche Solidarität.»

Die Endlichkeit natürlicher Ressourcen

Dank dem global wachsenden Bewusstsein für die Endlichkeit natürlicher Ressourcen stiegen Mitte der 70er-Jahre, als Folge der Erdölkrise, auch die industriellen Anstrengungen hin zur Nachhaltigkeit. Neue Geräte mit reduziertem Dieselverbrauch waren gefragt und es wurden 4-Achsfahrzeuge (später auch 5-Achsfahrzeuge) angeschafft, die mit gleichem Treibstoffverbrauch eine weit höhere Materialmenge transportierten. Die dritte Generation der JMS-Gruppe setzte ab den 80er-Jahren vermehrt auf umweltschonende Technologien wie beispielsweise Kläranlagen- und Verfahrenstechnik, zur Reinigung und Wiederverwendung mineralischer Abwässer. Ebenso konnte durch den Einsatz einer Entholzungsanlage in Uznach hochwertiges Kiesmaterial aus mit Holz und Laub belastetem Geschiebe von Gewässern gewonnen werden. Seit dem Jahr 2000 setzte sie nur noch biologisch abbaubare Hydrauliköle und Schmierstoffe ein. Auch wurde für die Reduktion von CO2-Ausstössen, in Zusammenarbeit mit der Energieagentur der Schweizer Wirtschaft, vornehmlich auf Ökodiesel gesetzt.

In dieser Zeit wurden nebst den Kieswerken auch alle Betonwerke mit eigenen Wasseraufbereitungsanlagen ausgerüstet, um das Prozesswasser mehrfach zu verwenden. Bereits seit den 50er-Jahren wurden Abfälle aus der Zementwarenindustrie zu Recyclingbaustoffen im Kieswerk Eschenbach aufbereitet. In den 90er-Jahren wurden diese zusätzlich mit Misch- und Betonabbruchmaterialien ergänzt. Die Basis von sekundären Rohstoffen (d.h. Rohstoffe, die aus entsorgtem Material aufgearbeitet (Recycling) und gewonnen werden) half den Anteil an Primärkies aus Gruben zu reduzieren. Als Ergänzung folgte in den 2000er-Jahren eine Aushubwaschanlage im Werk Eschenbach, um aus dem angelieferten Aushubmaterial Sekundär-Kies zu gewinnen. Dadurch werden sowohl die Umwelt, durch Einsparungen von CO2 und Energie, als auch die natürlichen Ressourcen geschont, indem der Bedarf an Wasser, Kies sowie Deponieraum reduziert wird.

Schmetterlinge, Libellen, Wildbienen, Laubfrösche und viele weitere Amphibien leben in den JMS-Gruben in unserer Region.

Die durch Abbau- und Auffüllstellen sowie Deponien entstehenden Eingriffe in die Natur müssen per Gesetz seit den 90er-Jahren durch ökologische Ausgleichsmassnahmen kompensiert werden. Zusätzlich gewährleisten die ebenfalls damals neu eingeführten Rekultivierungsrichtlinien den Wiederaufbau eines gesunden Bodens. Speziell bei den damals neu geschaffenen Richtlinienwerken für die Schweizer Kiesindustrie wie «Kiesabbau und Naturschutz» leisteten JMS-Vertreter nebst Feldarbeiten und Experimenten auch entscheidende redaktionelle Beiträge. Die dabei geschaffenen Mehrwerte für die Umwelt erhielten bereits 2003 die Unterstützung von Pro Natura und dem WWF.

Trotz allen Bemühungen im Sinne der Umwelt können die Belastungen der Baubranche nicht eliminiert werden. Umso wichtiger ist es, dass fortlaufend Bestrebungen zur Schonung von Ressourcen verfolgt und umgesetzt werden. In diesem Sinne steht auch die langjährige Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR), die sich auf den Bereich der erneuerbaren Energien fokussiert. So wurden auf den Dächern des Werkhofs in Schmerikon und dem Entsorgungspark in Pfäffikon SZ bereits vor Jahren Solaranlagen erstellt.

Verwertung von Bau- und anderen Abfällen

Nicht nur für die Herstellung von Recyclingbeton werden Materialien wiederverwendet (siehe Blogbeitrag vom 11.03.2020). Auch Metalle, Holz, Ziegel, Aushub und weitere Bauabfälle werden beim Abbruch direkt auf der Baustelle vorsortiert und wo möglich der Wiederverwertung oder ansonsten der fachgerechten Entsorgung zugeführt. Viele zur Entsorgung vorgesehene Materialien können so erneut eingesetzt werden.

Wertschöpfung optimieren durch neue Geschäftsfelder?

Die Schliessung von Stoffkreisläufen geht weit über das ursprüngliche Kerngeschäft der Unternehmung hinaus. So ist es nur konsequent, dass die JMS über die Generationen hinweg ihre Geschäftsfelder stetig erweiterte, um langfristig hohe Qualität zu bieten. Unter anderem kam mit der Übernahme der Landolt Transport AG im Jahr 2008 ein auf den ersten Blick nicht direkt mit dem Bau verwandtes Geschäftsfeld zur Gruppe hinzu. Mit den zwei neuen Bereichen Entsorgung und Transport konnte jedoch eine Angebotslücke geschlossen werden. Dank den nahen Transportwegen und dem regionalen Einzugsgebiet kann ein breitgefächertes Entsorgungsangebot gewährleistet und wo immer möglich der Stoffkreislauf geschlossen werden. Die Wertstoffrückgewinnung und Wiederverwertung von Abfällen ist mit der steigenden Sortenvielfalt eine der umfassendsten und komplexesten Herausforderungen unserer Zeit.

2008 wurde die Pfäffiker-Familienunternehmung Landolt Transport AG in die JMS-Gruppe integriert. Mit dem Fokus auf Entsorgung und Transport ermöglicht sie intern wie auch extern eine erhöhte Wiederverwendungs- und -verwertungsquote.

Die 4. Generation setzt auf ökologische Aufwertungen, Wissenstransfer und nachhaltige Geräte

Renaturierungen und Rekultivierungen spielten bereits in der Vergangenheit eine grosse Rolle – sodass auch die künftigen Generationen auf eine intakte Natur sowie eine wirtschaftlich stabile Beschäftigungslage bauen können. Die geforderten ökologischen Ausgleichsmassnahmen müssen nicht nur während der Betriebstätigkeit sondern auch danach, während mindestens 25 Jahren, funktionieren. Dadurch weisen ehemalige Abbaustellen wertvolle Hecken, Biotope, Hochstammbäume oder extensive Wiesen auf. Aber auch der Kiesabbaubetrieb und die Ökologie gehen seit jeher Hand in Hand:  So dient beispielsweise eine unserer Kiesgruben den geschützten Uferschwalben seit Jahren als Nistmöglichkeit. Ebenso werden Jahr für Jahr temporär erstellte Biotope von Gelbbauchunken und Kröten als Laichmöglichkeit benutzt. Vor allem Pionieramphibien haben Mühe, geeignete Lebensräume zu finden. Sie sind auf temporäre und flache Gewässer mit wenig Bewuchs angewiesen. Kiesgruben bieten diesen Tieren solchen seltenen Lebensraum. Dabei stehen beim Kiesabbau wie auch nach einer erfolgten Rekultivierung der Erhalt der Lebensräume von seltenen Tier- und Pflanzenarten im Vordergrund.

Kiesgruben bieten seltene und wertvolle Lebensräume für zahlreiche geschützte Tiere und Pflanzen. 2017 beheimatete die Kiesgrube um die 30 Brutpaare von Uferschwalben.

Der Faktor Mensch

Wesentlich für nachhaltiges Handeln ist der Wissenstransfer. Alle Bemühungen sind nur so gut wie die Menschen, die sie umsetzen. Entsprechend sind Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden unerlässlich. Mit sieben verschiedenen Lehrprofilen wird der Grundstein für die Förderung junger Talente gelegt. Dabei ist die stete Weiterbildung innerhalb der JMS-Gruppe ein grosses Anliegen, um bestehendes Wissen weiterzugeben und gleichzeitig die neuesten Trends zu implementieren. Langjährige Zusammenarbeit mit der HSR, die Sicherstellung von Arbeitsplätzen und die Möglichkeit, sich betriebsintern weiter zu entwickeln, bilden wichtige wirtschaftliche Inputs für die Region. Unzählige Erfolgsgeschichten lassen sich über die Jahre hinweg verfolgen: vom Polier bis in den Verwaltungsrat führten solche Karrieren bereits.

Gesteigerte wirtschaftliche Sicherheit sowie Wohlstand ermöglichen es, den Fokus immer stärker auf die Nachhaltigkeit und den Umweltschutz zu legen. Wo früher das Überleben im Vordergrund stand, sind heute Ressourcen für die Auseinandersetzung mit der Zukunft frei. Der technologische Wandel zeugt von vielen Durchbrüchen. Die Entwicklung von neuen Antrieben und weitere umweltrelevante Massnahmen der Hersteller ermöglichen einen sparsamen Umgang mit den Ressourcen. Die Nutzung dieser neuen Möglichkeiten ist der JMS ein wichtiges Anliegen. So wurden im Jahr 2014 die ersten zwei Hybridbagger gekauft, 2019 kam der europaweit erste dieselelektrische Dozer (siehe Blogartikel vom 11.10.2019) seiner Modellreihe in den Einsatz und sowohl drei Hybridautos wie auch ein vollständiges Elektroauto gehören inzwischen zur JMS-Flotte.

Warum Regionalität für Nachhaltigkeit steht

Nachhaltigkeit im Sinne der Brundtland-Definition setzt sich wie beschrieben aus wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekten zusammen. Die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region, die Förderung der Ökologie während und nach dem Kiesabbau, eine auf Qualität ausgerichtete Unternehmensphilosophie, Generationenprojekte und die gelebte Zukunftsorientierung machen deutlich, weshalb Regionalität immer auch für Nachhaltigkeit steht.

Regionalität fördert die Wertschöpfung vor Ort und bietet Arbeitsplätze. Die geschaffenen Arbeitsplätze, Entschädigungen an die Grundeigentümer für genutztes Land sowie die Entrichtung von Steuern und Gebühren unterstützen daher nicht nur die Wirtschaft sondern auch das Leben in der Region.

Kies aus der Region statt aus dem Ausland und die damit verbundene Sicherstellung der lokalen Ver- und Entsorgung entlasten die Strassennetze und senken den CO2-Ausstoss. Damit Transportwege und Dorf-Durchfahrten minimiert werden können, sind eine regionale Verteilung der Ver- und Entsorgungsstellen sehr wichtig, aber auch eine effiziente Transportorganisation mit Gegenfuhren und eine optimale Lenkung der Transportflotte sind unerlässlich. Gegenfuhren sind solche Fahrten, bei denen beispielsweise der Aushub von einer Baustelle direkt in die Kiesgrube gefahren wird und auf dem Rückweg Kies von der Grube zurück zur Baustelle oder ins Kies-/Betonwerk transportiert wird. Dank der Digitalisierung können die Gegenfuhren noch besser koordiniert und Leerfahrten auf das notwendige Minimum reduziert werden.

Beim Abbruch eines Einfamilienhauses fallen verschiedenste Materialien an, welche wiederverwertbar sind. Dabei wird bereits vor Ort eine erste Trennung durchgeführt, welche der Wertstoffrückgewinnung dient.

Bauabfälle, die rund 65% aller Abfälle in der Schweiz ausmachen, sollen möglichst nah am Entstehungsort aufbereitet, wiederverwendet oder -verwertet werden. Falls dies nicht möglich ist, wird eine nachhaltige, mit geringen Emissionen verbundene und fachgerechte Entsorgung notwendig. Die dafür benötigte Auffüllung von Deponien bringt Mehrwerte durch die Schaffung von wichtigen Lebensräumen und es werden eine gesunde Flora und Fauna sowie fruchtbare Böden geschaffen.

Nur gemeinsam kann Nachhaltigkeit gelebt und gefördert werden

Die Zertifizierungen, wie die im Frühjahr 2020 bei der JMS erneuerten Atteste für Qualität (ISO 9001) und Umwelt (ISO 14001), wurden erstmals mit der Norm ISO 45001 (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz) ergänzt. Damit wurden die geleisteten Bemühungen anerkannt und diese für alle Anspruchsgruppen sichtbar gemacht. Innovationen, Weiterentwicklungen der Produkte, Schulungen und Wissenstransfer motivieren die Mitarbeitenden, welche die wichtigste Ressource eines Unternehmens darstellen.

Unser wertvollstes Kapital sind zufriedene Mitarbeitende, die sich tagtäglich für eine nachhaltige Zukunft einsetzen.

 

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Gelebte Nachhaltigkeit: Ein Blick in das Baustoff-Recycling der JMS

Was sind Bauabfälle?
Beim Aushub eines Grundstückes werden Altlasten aus früheren Zeiten entdeckt, alte Strassen müssen erneuert werden oder ein sanierungsbedürftiges Haus wird zurückgebaut. Vom Kunststoffdübel in der Wand bis hin zum Dämmmaterial finden sich die unterschiedlichsten Abfallarten in einem Haus wieder. Es gibt viele mineralische Bauabfälle wie Beton- oder Mischabbruch, Strassenaufbruch und Ausbauasphalt. Zusätzlich fallen bei Rückbauten Materialien wie Ziegel, Holz, Glas und Kunststoffe an. Auch teerhaltige Abfälle, abgetragene Ober- und Unterböden, metallische Abfälle, Gleisaushub sowie asbesthaltige Bauabfälle, Schlämme und Abfälle aus Süsswasserbohrungen werden zu den Bauabfällen gezählt.

Rezyklierbare mineralische Bauabfälle
Mineralische Bauabfälle werden nach dem Rückbau getrennt, damit das Material deklariert und die Abfälle aufbereitet werden können. Die gewonnenen Recyclingbaustoffe werden einer Qualitätskontrolle unterzogen, bevor sie für neue Verwendungsmöglichkeiten freigegeben werden. Doch nicht alle Bauabfälle können dem Stoffkreislauf zurückgeführt werden, weshalb zum Beispiel unverschmutztes Aushubmaterial in Deponien abgelagert wird (siehe Blogbeitrag vom 08.11.2019). Die Rückführung der Bauabfälle in den Stoffkreislauf wird immer bedeutender, damit unsere Rohstoffe geschont werden können. So ist beispielsweise im Linthgebiet das Abbauvolumen für Primärmaterial heute nur noch halb so gross wie im Jahr 2004.

Die im November 2019 veröffentlichte Baustoffstatistik des Kantons St. Gallen zeigt, dass im Jahr 2018 circa 440‘000 Kubikmeter Baurohstoffmaterialien durch Recycling gewonnen werden konnten. Die Wiederaufbereitung von mineralischen Bauabfällen liegt bereits seit zehn Jahren auf einem sehr hohen Niveau, wobei im Durchschnitt rund 90 Prozent der Bauabfälle rezykliert werden. Die beschriebenen Bauabfälle werden zu Beton- oder Mischabbruchgranulat, Recycling-Kiessand und Asphaltgranulat aufbereitet. Das Granulat wird entweder aus rückgebautem Beton oder Mischabbruch hergestellt. Mischabbruch enthält neben Beton auch weitere Materialien wie Ziegel, Platten oder Backstein. Da Beton zu 80% aus Kies und Sand besteht, eignet sich das gewonnene Recyclinggranulat bestens für die Herstellung von Recyclingbeton.

Die mineralischen Stoffflüsse rund ums Bauen beinhalten sowohl die dauerhafte Lagerung in Deponien wie auch die Aufbereitung von recyclingfähigen Bauabfällen. Quelle: Baustoffstatistik Kanton St. Gallen 2018

Baustoff-Recycling beginnt bereits auf der Baustelle
Für den Rückfluss der aufbereiteten Materialien in den Wertschöpfungs-kreislauf ist es wichtig, dass die Bauabfälle sauber getrennt werden. Nur mit sauber aufbereiteten Materialien kann eine hohe Qualität erreicht werden, die eine ebenso gute Beschaffenheit wie Primärmaterial aufweist. Dies ist sowohl für die Nachhaltigkeit wie auch für die Akzeptanz auf dem Markt zentral.

Damit beim Rückbau sauber aufbereitetes Material gewonnen werden kann, ist für die Baustoffaufbereitung eine enge Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden auf den Baustellen unabdingbar. Seit 2009 konnte der Anteil von Primärrohstoffen in den Recyclingprodukten stetig reduziert werden, was unter anderem auf die sortenreine Trennung der Bauabfälle zurückzuführen ist.

Rückbau und Trennung der Baumaterialien einer abgebrannten Industriehalle

Nachhaltigkeit und mineralisches Baustoff-Recycling bei der JMS
Ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen, die Rückführung von Wertstoffen in den Stoffkreislauf sowie die Einsparung von unnötigen Fahrten gehören seit jeher zu unserer Firmenphilosophie. Unser Credo «Werte schaffen» – und dies über Generationen – setzt einen klaren Fokus auf die Nachhaltigkeit. So arbeiten wir stetig an der Optimierung unserer Prozesse und unserer Produktion, wobei die Reduktion von CO2-Emmissionen einen besonderen Stellenwert geniesst.

Ein aktuelles Beispiel für nachhaltiges Handeln ist die Anschaffung von Depotbändern im Kieswerk Grynau. Dank dem Bau der Depotbänder im Herbst 2019 können interne Platzfuhren minimiert werden, wodurch sich der Dieselverbrauch und somit der CO2-Ausstoss deutlich reduziert. Diese Einsparung spiegelt sich direkt in der CO2-Bilanz des Betons wieder.

Weiter ist es der JMS in den letzten fünf Jahren gelungen, die Nutzung von Recyclingmaterial zu verdoppeln. Dabei findet sich der Grossteil der rezyklierten Wertstoffe im Beton wieder.

Die in Betrieb genommenen Depotbänder im Kieswerk Grynau sorgen für CO2-Einsparungen

Recyclingmaterial und dessen Akzeptanz
Ob und welcher Recyclingbeton eingesetzt werden kann, beruht auf der Eignung des Materials für das jeweilige Endprodukt. Da Mischabbruchgranulat Schwankungen in der Kornzusammensetzung aufweist, wird dieser Beton insbesondere im Tiefbau verwendet, um beispielsweise die Baugrube sauber zu halten. Bei Bauteilen mit einer tragenden Funktion spielen hingegen die Verarbeitung, Festigkeit wie auch Verformung (E-Modul) eine wichtige Rolle, weshalb hier Betongranulat zum Einsatz kommt.

Da sich die Akzeptanz von Recyclingbaustoffen erst langsam durchsetzt, setzen wir uns bei den Kunden proaktiv für dessen Verwendung ein. Sei es durch Gespräche, direkte Materialvergleiche oder den Einsatz von Recyclingmaterial in unseren eigenen Bauten: Wir setzen einen klaren Fokus auf die Wiederverwertung.

So schaffen wir nicht zuletzt auch preisliche Anreize beim Recyclingbeton. Obwohl die Aufbereitungskosten für Recyclingbeton etwa gleich hoch sind wie die Kosten für Beton aus Primärkies und dem Recyclingbeton ein höherer Zementgehalt beigefügt werden muss, haben wir den Preis deutlich unter jenem des Primärbetons angesetzt. Auch beim Zement wird auf die Nachhaltigkeit geachtet, indem wir «ECO Zement» mit reduzierter CO2-Bilanz verwenden. Somit fördern wir die Attraktivität des Betons. Denn auch wenn dies kurzfristig einen Verlust bedeutet, glauben wir daran, dass dadurch langfristig für Generationen Werte geschaffen werden können.

Vorreiterrolle beim Einsatz von Recyclingmaterial
Viele Aufträge werden von der öffentlichen Hand vergeben, wobei schweizweit unter den Kantonen massive Unterschiede herrschen. So nimmt der Kanton Zürich eine Vorreiterrolle in der Nutzung von Recyclingmaterial ein. Er setzt einen Fokus auf die Schonung der Ressourcen, indem er bei der Vergabe von Arbeiten auf den Einsatz von Recyclingprodukten achtet. So wurden in der Stadt Zürich bereits viele öffentliche Gebäude mit Recyclingbeton gebaut, was auch das Vertrauen in diesen Beton bei den Architekten und Planern fördert. Allerdings sind noch nicht alle Kantone soweit. Erwin Schmucki, Betriebsleiter der Beton AG Etzel+Linth, zählt klar auf die Kantone: «Es wäre wünschenswert, würden auch andere Kantone den Recyclingbeton aktiver fördern. Teilweise wird Recyclingbeton bei öffentlichen Aufträgen bereits verwendet.» Ein stärkerer Fokus auf die Nachhaltigkeit, zum Beispiel durch klare Anforderungen in den Bewilligungsverfahren oder auch in Auftragsvergaben sei deshalb ein Muss. Erwin Schmucki ergänzt: «Wir arbeiten bereits heute daran, die Prozesse und somit den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoss zu reduzieren, jedoch steht und fällt alles damit, ob die Produkte bestellt und verwendet werden».

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PET: Sammelweltmeister Schweiz – was geschieht mit dem Plastik?

 

Die EU plant ein Verbot vieler Einwegprodukte aus Plastik, wie auch eine Recyclingquote für Plastikflaschen. Als eines der ersten Länder weltweit hat die Schweiz den PET-Getränkeflaschen-Kreislauf geschlossen und stellt aus alten PET-Flaschen neue her. Für die Wiedereinführung der genutzten PET-Flaschen müssen diese beim Nutzer gesammelt und fachgerecht entsorgt werden, bevor sie in die Wiederverwertung gelangen.

Doch was ist PET überhaupt? PET – PolyEthylenTerephthalat – ist ein Kunststoff, respektive ein Polyester, dass leicht, durchsichtig, bruchsicher und einfach formbar ist. Diese nützlichen Eigenschaften bleiben beim Rezyklieren erhalten und so kann rezykliertes PET wiederum zu hochwertigen Produkten verarbeitet werden.

Ist PET = PET?
Häufig befindet sich auf Salat- oder Früchteschalen der PET-Hinweis mit dem Dreiecksymbol – dies bedeutet jedoch nicht, dass man das PET automatisch dem PET-Flaschenrecycling zuführen kann. Grund dafür ist, dass für die Wiederverwendung von PET-Getränkeflaschen eine sehr hohe Reinheit benötigt wird. Sobald zu viele Fremdstoffe, wie beispielsweise Putzmittel oder Lebensmittelrückstände dem Rezyklierprozess zugefügt werden, kann die Reinheit nicht mehr gewährleistet werden. Deshalb können dem PET-Recycling nur jene Flaschen mit dem gelben PET-Logo zugeführt werden.

Im Bild: der PET-Hinweis links und das bekannte PET-Flaschen-Symbol rechts.

Damit wurde jedoch erst der PET-Getränkeflaschen-Kreislauf geschlossen, viele weitere Produkte aus Kunststoff gelangen tagtäglich in den Hausmüll und werden in den Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt.

Weshalb ist Recycling so wichtig und wohin mit dem restlichen Kunststoff?
Getränkeflaschen, Plastiktüten, Styropor, Zahnbürsten, Puppen, Sonnenbrillen, Wäschekörbe und viele weitere Produkte werden aus Kunststoff, also Plastik, hergestellt. Für die Herstellung werden nichterneuerbare Grundrohstoffe wie Erdöl, Erdgas oder Kohle verbraucht. Die Schonung dieser natürlichen Ressourcen und die Reduktion des CO2-Ausstosses bei der Herstellung und Lieferung sind zwei wichtige Nachhaltigkeitsaspekte, die für das Rezyklieren von Produkten sprechen – doch wohin mit all den verschiedenen Arten von Plastik?

So ist die Abgabe von Styropor (EPS) an privaten Sammelstellen wie auch in Werkhöfen (beispielsweise in den Entsorgungsparks Schmerikon und Pfäffikon SZ) möglich. Weitere Plastikarten können mit dem Kunststoff-Sammelsack gesammelt werden.

Die Landolt Transport AG verwertet in ihren Entsorgungsparks in Schmerikon und Pfäffikon SZ eine Vielzahl an Plastikarten.

Kunststoff-Sammelsack: Die Lösung der Plastik-Problematik?
Das Recycling von sortenreinen Kunststoffen ist sinnvoll und essenziell für ein nachhaltigeres Leben. Der Kunststoff-Sammelsack ermöglicht es, den hauseigenen Kehricht-Abfallsack zu erleichtern und gleichzeitig Kunststoff vermehrt der Wiederverwertung zuzuführen. Jedoch kann, insbesondere beim gemischten Plastik, nicht jede Kunststoffart rezykliert werden. Für eine hohe Verwertungsquote müssen gesammelte Kunststoffe möglichst rein sortiert werden. Da dies zum heutigen Zeitpunkt noch nicht vollständig möglich ist, wird ungefähr die Hälfte des gemischt gesammelten Plastik weiterhin verbrannt. Dieser Plastik, der in die Kehrichtverbrennungsanlagen zurückgeführt wird, trägt – wenn auch in geringerem Masse – einen Teil an die Wiederverwertung bei. So wird mittels dem verbrannten Kehricht Energie in Form von Fernwärme oder Strom gewonnen. Klar ist jedoch, dass jene 50 Prozent des Kunststoffs, die in den Recyclingkreislauf zurückgeführt werden können, die natürlichen Ressourcen schonen und für mehr Nachhaltigkeit sorgen.

Die untenstehende Tabelle zeigt auf, bei welchem Plastik es sinnvoll ist, diesen mittels Kunststoff-Sammelsack dem Rezyklierprozess zuzuführen.

 

Dank dem Kunststoff-Sammelsack können auch Sie bereits heute Ihren Beitrag zu einer nachhaltigeren Wiederverwendung von Plastik leisten. Durch die Minimierung von verschmutztem Plastik in den Kunststoff-Sammelsäcken wird eine grössere Verwertbarkeit möglich. Gleichzeitig werden durch das Kunststoffrecycling der Privatindustrie der Wettbewerb und entsprechend die Innovationen stetig gefördert, sodass langfristig auf eine noch bessere Kunststoffverwertung hingearbeitet werden kann.

Für weitere Informationen zu Entsorgungsmöglichkeiten bietet Swiss Recycling eine umfassende Übersicht der verschiedenen Wertstoffe. So können einige Materialien in der ursprünglichen Gattungsart recycelt und wiederverwendet und andere Materialien für die Herstellung neuer Produkte genutzt werden.

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Nachhaltiges Deponiemanagement – der Umwelt zuliebe

Was ist Aushub – und was sind Inertstoffe?
Aushub ist sauberes, natürliches Erd- und Steinmaterial, welches zum Beispiel beim Bau eines Einfamilienhauses, einer Gewerbeliegenschaft oder eines Schulhauses anfällt. Bei Naturereignissen kann eine Strasse verschüttet oder ein Dorf durch ein Hochwasser heimgesucht werden. Bei all diesen Beispielen gibt es unverschmutztes Material, das abtransportiert und irgendwo abgelagert werden muss. Dieses Aushubmaterial wird als «Typ A» klassifiziert.

Wird eine Strasse saniert oder vor dem Bau eines neuen Hauses ein altes abgebrochen, fällt ebenfalls Material an. Dieses Material kann nicht in allen Fällen rezykliert werden, sodass Bauabfälle entstehen, die deponiert werden müssen. Das sind sogenannte Inertstoffe – oder leicht belastete Bauabfälle. Diese Inertstoffe werden als «Typ B» klassifiziert. Es sind ungefährliche Abfälle, welche ohne Vorbehandlung dauerhaft deponiert werden können.

Aushub- und Inertstoffe werden in Deponien oder Materialabbaustellen abgelagert. Dies sind zum Beispiel Kiesgruben oder Steinbrüche.

Entstehung von Bauabfällen durch Rückbau. Bild: ehemaliges Stoffel-Areal (Cosentino), Schmerikon

Gibt es genügend Deponiestandorte?
Durch die rege Bautätigkeit, die unter anderem auf das anhaltende Bevölkerungswachstum zurückzuführen ist, nimmt der Bedarf an Deponievolumen stetig zu. Das Problem: Im Kanton St. Gallen stehen für die Entsorgung von unverschmutztem Aushubmaterial und insbesondere von Inertstoffen zu wenig Abbaustellen beziehungsweise Deponien zur Verfügung.

Auch in der Region ZürichseeLinth herrscht seit langem eine regelrechte Notlage. Die nächst gelegene Deponie für die Ablagerung von Inertstoffen befindet sich im glarnerischen Filzbach. In den letzten Jahren haben Bauunternehmen aus dem Linthgebiet leicht belastete Bauabfälle unter anderem dort hin gebracht. Weil die Deponie fast voll ist, wird in Filzbach seit einiger Zeit aber kein ausserkantonales Material mehr angenommen.

Das führt zur umweltbelastenden Situation, dass Lastwagen aus der Region ZürichseeLinth mit ihrer Fracht Richtung St. Gallen, Frauenfeld oder Winterthur fahren – wo im Moment noch abgelagert werden darf.

Die problematische Situation in der Region ZürichseeLinth könnte aber behoben werden. Im Gebiet Sonnenfeld in Ermenswil wird seit den 1970er-Jahren durch die Schmucki Kies + Tiefbau AG, die seit 2008 zur JMS-Gruppe gehört, Kies abgebaut und unverschmutztes Aushubmaterial deponiert. Nun bestehen Pläne, den ursprünglichen Abbau direkt anschliessend zum heute bestehenden Werksareal im Sonnenfeld nach Osten hin zu erweitern. Dabei soll zuerst Kies abgebaut werden und anschliessend unverschmutztes Aushubmaterial und auch Inertstoffe deponiert werden. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Abhilfe: Auf dem Werksgelände der Schmucki Kies + Tiefbau AG in Ermenswil könnte bald eine Deponie entstehen. Bild: Deponie Typ A, Steigriemen Gommiswald/Kaltbrunn

Wer ist für die Deponieplanung verantwortlich?
Das Gebiet Sonnenfeld ist im kantonalen Richtplan seit Mitte der 1990er Jahre als Deponiestandort definiert. Der Richtplan ist das behördenverbindliche Führungs- und Koordinationsinstrument der Raumplanung und wird durch die Regierung erlassen. Damit werden die Rahmenbedingungen für die räumliche Entwicklung des Kantons St. Gallen festgelegt.

Gemäss Abfallverordnung des Bundes sind die Kantone verpflichtet, eine Abfallplanung zu erstellen und die vorgesehenen Standorte im Richtplan auszuweisen. Der Kanton muss dabei sicherstellen, dass genügend Deponiestandorte vorhanden sind und trägt damit die Verantwortung für die Suche nach neuen Standorten. Die Wirtschaft ihrerseits ist gefordert, sich aktiv an dieser Suche nach Deponiestandorten für unverschmutztes Aushubmaterial und für Inertstoffe zu beteiligen, diese zu planen und zu betreiben.

Die Abklärungen für geeignete Deponiestandorte koordiniert der Kanton mit den entsprechenden Regionen. Ansprechpartner im Linthgebiet ist die Region ZürichseeLinth, der Verbund der politischen Gemeinden im Wahlkreis See-Gaster. Die Region ZürichseeLinth setzt sich für eine nachhaltige Regionalentwicklung ein und befasst sich mit Aufgaben, die eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit erfordern. Zu diesen Aufgaben gehört auch die Deponieplanung.

Im Jahr 1995 haben die Gemeinden der Region ZürichseeLinth im Rahmen der Regionalplanung gemeinsam umfangreiche Standortabklärungen getroffen. Dabei wurden die geologischen Gegebenheiten ebenso berücksichtigt, wie die raumplanerischen Voraussetzungen. Als Resultat der Abklärungen hat die Region gegenüber dem Kanton den Standort Sonnenfeld sowie drei weitere Standorte vorgeschlagen, wobei die anderen drei Standorte inzwischen verbaut beziehungsweise anderweitig aufgefüllt sind. Aufgrund der Vorschläge der Regionen hat der Kanton die Standorte in den Richtplan aufgenommen.

In die von der Region ZürichseeLinth getätigten Abklärungen war auch die Standortgemeinde Eschenbach involviert. Diese bringt für das Deponieprojekt nach wie vor Verständnis auf. Zwar heisst es in einer Stellungnahme: «Natürlich würde es der Gemeinderat begrüssen, wenn eine neue Deponie nicht im eigenen Gemeindegebiet zu stehen käme.» Aber: «In der Vergangenheit profitierte Eschenbach auch von Deponien in anderen Teilen des Linthgebiets. Die Region darf also von Eschenbach eine gewisse Solidarität erwarten.»

Aufgrund der regen Bautätigkeit im Gemeindegebiet bestehe des Weiteren ohnehin ein konkretes Bedürfnis nach dem Rohstoff Kies sowie nach Deponiemöglichkeiten.

Ein Mitarbeiter der Deponie führt bei der Grubeneinfahrt eine Sichtkontrolle durch.

Welchen Nutzen hat die Natur?
Erreicht eine Deponie das vorher festgelegte Volumen, wird sie nach Abschluss der Auffüllungsarbeiten nachhaltig in die Landschaft eingebettet und aufgewertet. Schon während des Betriebes werden die abgeschlossenen Gebiete laufend der Natur beziehungsweise der Land- und Forstwirtschaft zurückgeführt. Das Waldgesetz verlangt zudem, dass temporär gerodete Flächen wieder aufgeforstet werden.

Über die Wiederherstellung des Ist-Zustands hinaus, verpflichtet der Bund die Betreiber zur Schaffung eines ökologischen Mehrwerts nach erfolgter Wiederauffüllung. Der zwischenzeitlich entstandene Lebensraumverlust für Flora und Fauna wird durch die getroffenen Ausgleichs- und Ersatzleistungen nicht nur kompensiert, sondern lässt auch zusätzliche Naturräume entstehen. Dadurch steigt die Biodiversität in Abbau- und Deponiearealen nachweislich.

Wie wird die Umweltverträglichkeit überprüft?
Für ein Deponieprojekt werden vorgängig umfangreiche Fachplanungsarbeiten und Abklärungen durchgeführt. Daran anschliessend wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Dabei werden die Auswirkungen des Vorhabens unter anderem auf die Luft, den Lärm, die Gewässer, den Boden und den Wald sowie auf den Verkehr aufgezeigt und beurteilt. Der Nachweis der Umweltverträglichkeit ist eine grundlegende Voraussetzung, damit ein Vorhaben überhaupt bewilligt wird.

1,3 Millionen Kubikmeter Aushubmaterial und 200’000 Kubikmeter Inertstoffe: Diese Menge fällt im Kanton St. Gallen jährlich an. Das sind fast drei Kubikmeter beziehungsweise über fünf Tonnen pro Einwohnerin und Einwohner. Diese Menge nimmt stetig zu. Die JMS-Gruppe leistet im Interesse des Bundes, des Kantons St. Gallen und der Region ZurichseeLinth einen wichtigen Beitrag zur fach- und umweltgerechten Entsorgung. Aus der Region, für die Region!

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Unser neuer Kettendozer ist da

Hersteller CAT schreibt dazu: «Der CAT D6 XE ist der weltweit erste dieselelektrische Dozer mit erhöht liegendem Antrieb, dem sogenannten Deltaantrieb. Im D6 XE erzeugt der Dieselmotor via Generator die Energie, mit welcher der Elektromotor angetrieben wird. Im Ergebnis wird eine unübertroffen effiziente Kraftübertragung vom Dieselmotor auf das Fahrwerk erzielt, wodurch der Kraftstoffverbrauch deutlich sinkt. Im Vergleich zum Vorgängermodell D6T mit 3-Gang-Getriebe liegt die Kraftstoffeffizienz um bis zu 35 Prozent höher.»

Freuen sich an der Premiere des ersten Cat D6 XE in der Schweiz (v.l.): Roman Schilter, Bruno Sidler (beide Avesco AG), Martin Jud und Matthias Dürst (beide JMS AG).

Unser neuer Dozer gilt als schwerer Kettendozer und hat ein Einsatzgewicht von über 24 to. Der Motor ist ein CAT 6-Zylinder, Stufe 5, und hat eine Leistung von 161 kW respektive 215 PS. Die Abgasnachbehandlung erfolgt mit AdBlue und einem Partikelfiltersystem. Damit der Maschinist auch in den kalten Jahreszeiten allfällige Wartezeiten in der beheizten Kabine überbrücken kann, wurde ebenfalls eine Standheizung eingebaut. Der dieselelektrische Dozer ist kein Hybrid-Fahrzeug (Zweistoffantrieb) sondern erzeugt mit dem Dieseleinsatz elektrische Energie, welche direkt auf den Antrieb führt. Somit ist kein Getriebe zwischen Motor und Antrieb mehr nötig und es steht von Beginn an das volle Drehmoment zur Verfügung.

Die Neuanschaffung überzeugt mit einer deutlichen Steigerung der Energieeffizienz.

Nachhaltigkeit wird gross geschrieben
Ebenfalls erfreulich ist die «Eco-Friendly»-Labelung. Caterpillar steht an der Spitze des technischen Fortschritts, der Energieeffizienz und auch der Nachhaltigkeit. Diese Maschine wurde aus Materialien hergestellt, welche zu 96 Prozent wieder recyclierbar sind. All diese Aspekte der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung  wiederspiegeln auch das Kundenversprechen der JMS-Gruppe.

Der aufgebaute «Kleenoil»-Filter filtriert das eingesetzte Bio-Öl und steigert dadurch dessen hohe Qualität weiter.

Die Auswertung der ersten fünf Einsatzwochen zeigt, dass CAT das gegebene Effizienzversprechen halten konnte: der dieselelektrische Kettendozer verbraucht, je nach Arbeitseinsatz, tatsächlich rund 35 bis 40 Prozent weniger Diesel als sein Vorgängermodell. Damit können wir nicht nur die Kosten senken sondern auch die Umwelt langfristig schonen.

Zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben, in den durch den Abbaubetrieb geschaffenen Pionierstandorten, ein Zuhause gefunden: Sie benötigen zum Überleben die kontinuierlichen Veränderungen ihrer Lebensräume, wie sie heute praktisch nur noch in Kiesgruben vorkommen.

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Baustelle 4.0: JMS setzt auf Tablets

 

Im Frühjahr 2016 hat die JMS-Gruppe gemeinsam mit ihrem IT-Partner Informaticon AG die Entwicklung und Umsetzung einer neuen Applikationslandschaft zur digitalen Rapportierung der Baustellen-Daten gestartet. «Ziel ist es, einen einzigen Datensatz quer durch alle Abteilungen nutzen zu können», erklärt Corvin Hagen, CFO der JMS-Gruppe, die Gründe für die Einführung des Systems.

 

Das Projekt zur Betriebsdatenerfassung (BDE) ist in drei Teilbereiche unterteilt und wurde bei der JMS-Gruppe gestaffelt eingeführt:

 

BDE 1: Digitaler Baustellentagesrapport

Die Einführung von BDE 1 erfolgte schrittweise: Ab Dezember 2016 wurde mit den Polieren in Baar ein Testbetrieb aufgenommen, im Oktober 2017 erfolgte die Migration in die produktive Systemlandschaft und anschliessend der Rollout in Schmerikon, welcher im Januar 2018 abgeschlossen wurde. Der digitale Baustellentagesrapport ist das digitale Ebenbild des bisherigen analogen Baustellentagesrapportes. Inhaltlich geht es um die Erfassung und damit Rapportierung der auf der Baustelle eingesetzten Ressourcen zuhanden des Bauführers. Dies betrifft Daten wie: ‘welche Mannschaft’, ‘welche Materialien’ und ‘welche Geräte’ kommen ‘wie lange‘ für ‘welche Arbeit‘ zum Einsatz.

 

BDE 2: Digitale Spezialtiefbau-Protokollierung

BDE 2 bezeichnet die Digitalisierung der Bohr- und Rammprotokolle. Die Protokolle enthalten die technischen Daten zu unseren Produkten im Spezialtiefbau, wie beispielsweise Informationen zur Tiefe der Bohrung, dem Bodenaufbau, der eingebauten Bewehrung sowie zur Menge des verbauten Betons. Sie sind damit nicht nur Leistungsnachweis, sondern auch ein zentrales Element in der Qualitätssicherung. Das Projekt wurde Anfang 2018 injiziert und bis heute über weite Teile bereits umgesetzt. Der Abschluss des Projektes ist Anfang 2019 zu erwarten.

 

BDE 3: Digitale Arbeitszeiterfassung und Maschinenbucheinträge

BDE 3 stellt die digitale Erfassung der Personal- sowie der Maschinenstunden dar. Ziel ist es, in Zukunft die persönlich geleisteten Arbeitszeiten von jedem einzelnen Mitarbeitenden sowie sämtliche Einträge ins Maschinenbuch digital zu erfassen. Das Projekt wurde aus zwei Gründen zeitlich zurück gestellt: Zum einen kann für die Automatisierung der Administration bereits auf die Daten aus dem BDE 1 abgestützt werden, zum anderen entwickelt die Informaticon AG aktuell zusammen mit einem Mitbewerber die Umsetzung der Mitarbeiterstunden-Rapportierung. Zu einem späteren Zeitpunkt kann also auf eine bestehende Software zurückgegriffen werden und es muss weniger Eigen-Entwicklungsaufwand betrieben werden.

 

Ein Samsung Galaxy Tab S2 mit Tastatur und Maus im Einsatz auf der Baustelle.

JMS mit Verlauf zufrieden

«Wir sind noch nicht am Ziel aber mit dem Erreichten bisher sehr zufrieden. Die Vorteile sind umfassend und müssen auch als Ganzes beurteilt werden: Wir beschleunigen den Informationsfluss von der Baustelle zum Bauführer erheblich und haben gleichzeitig die Daten für die Administration in digitaler und vom Bauführer freigegebenen Form zur Verfügung. Damit ist die zentrale Voraussetzung für die Automatisierung im Büro gegeben. Daneben können diese Daten auch ausgewertet werden, was die Bauführer beim Ausmessen unterstützt.

 

Eine neue, digitale Lösung heisst, mit der Zeit zu gehen. Dies ist auch eine Visitenkarte und damit Werbung für uns als Arbeitgeber. Die digitale Baustelle bietet aber auch den Vorteil, dass die digitalen Daten direkt auf der Baustelle gelesen werden können. So hat jede Baustelle, als Folge dieses Projekts, ganz nebenbei E-Mail-Empfang und ein Endgerät, um digitale Dokumente öffnen und lesen zu können. Da Pläne tendenziell immer später und gleichzeitig mit vielen Nachträgen und Versionen zur Verfügung stehen, ist dies ein wichtiger und nötiger Schritt – quasi gratis dazu im Nebenprodukt.

 

Zu guter Letzt hat gerade BDE 2 dazu geführt, dass die Standorte Schmerikon und Baar einheitliche Bohr- respektive Rammprotokolle verwenden und die Bauführer zur Kontrolle und Freigabe die gleichen Prozesse durchlaufen. Letzteres ist von steigender Bedeutung, da der Austausch von Personal und Inventar zwischen den Standorten Baar und Schmerikon je länger je mehr zunimmt. Zusammengefasst ist es der erste aber noch nicht der letzte Schritt in die Zukunft.», erklärt Corvin Hagen überzeugt.

 

Tablets erleichtern den Alltag

Doch nicht nur die Geschäftsleitung zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf des Projektes zufrieden. «Die Tablets sind eine grosse Erleichterung, sowohl für die Mitarbeitenden auf den Baustellen als auch für uns im Büro», sagt Adrian Husner, Projektleiter/Bauführer bei der JMS-RISI.

 

Gemäss Husner laufe das Projekt insgesamt gut, doch gebe es noch ein paar kleinere Schwachstellen, die zu beseitigen seien. «Schwächen tauchen teilweise noch in der Datensynchronisation unserer rund 35 Endgeräte auf. Ausserdem funktioniert die Datenverbindung über das Mobilfunknetz nicht immer optimal.» Gemeinsam mit Informaticon AG sei man aber dabei, Lösungen dafür umzusetzen.

 

Dies bestätigt auch Samys Rusterholz, Grundbauer bei der JMS-RISI: «Grundsätzlich denke ich, dass die Geräte künftig einige Vorteile mit sich bringen werden. Gegenwärtig steckt das Projekt aber sicherlich noch in einer Art ‘Probezeit’, bis die letzten Kinderkrankheiten ausgemerzt sind, und hat Potenzial für weitere Verbesserungen.»

 

Corvin Hagen (oben links), Adrian Husner (oben rechts), Marcel Kessler (unten links) und Samys Rusterholz (unten rechts).

Mitarbeiter im Wandel der Zeit

Die direkten Anwender der Tablets, die Mitarbeitenden der JMS-Gruppe vor Ort auf den Baustellen, zeigen sich mit der Verwendung der Geräte grundsätzlich zufrieden. Dennoch decken deren Meinungen darüber ein breiteres Spektrum ab.

 

«Die Meinungen der Mitarbeitenden zu den Geräten sind sehr vielfältig und reichen von ‘sehr zufrieden’ bis zu ‘eher schlecht’. Dies hängt aber auch damit zusammen, dass für die Mitarbeitenden auf den Baustellen hauptsächlich der optische Aspekt einer sauberen und klarstrukturierten Darstellung zum Zuge kommt und diese von der Datenauswertung im Hintergrund nicht immer alles mitbekommen. Doch genau diese Datenauswertung kommt den Mitarbeitenden auf der Baustelle letztlich wieder zugute, da sie viele Parameter nicht mehr selbst ausrechnen müssen und sie wichtige Informationen direkt auf ihren Geräten einsehen können», so Adrian Husner.

 

Samys Rusterholz erklärt sich das breite Meinungsspektrum seiner Arbeitskollegen mit kleineren Hardware-Schwierigkeiten. «Mit der verwendeten Hardware-Lösung an sich bin ich noch nicht ganz zufrieden. Ich habe deshalb von meinem Arbeitgeber beispielsweise eine neue Maus und Tastatur bekommen, um besser mit den Geräten arbeiten zu können.»

 

Kleinere Schwierigkeiten in der Anwendung

Eine weitere Ursache, für die eine oder andere kritischere Stimme bei den Mitarbeitenden, ist laut Marcel Kessler, Bauführer Klein- und Grossbohrungen bei der JMS-RISI, in der Anwendung von digitalen Hilfsmitteln an sich zu finden. «Die Mitarbeitenden vor Ort sind mit den Tablets grösstenteils zufrieden. Einzig ältere Mitarbeitende haben hin und wieder ein wenig Mühe mit den Geräten. Das ist aber normal und wird diesen durch die kontinuierliche Anwendung mit der Zeit auch einfacher von der Hand gehen.»

 

Grundbauer Samys Rusterholz zeigt Verständnis für die kritischen Stimmen seiner älteren Arbeitskollegen. «Heute wird vieles einfach digitalisiert – egal ob man das möchte oder nicht. Für mich persönlich spielt die Verwendung der Tablets momentan noch gar keine allzu grosse Rolle, denn die Arbeit ist grundsätzlich dieselbe geblieben. Anmerken möchte ich aber auch, dass die Geräte mit der Zeit immer ausgereifter wurden und beispielsweise anfängliche Verbindungsprobleme in der Zwischenzeit behoben werden konnten.»

 

Marcel Kessler stellt klar: «Die Vorteile liegen auf der Hand. Vor allem der Informationsaustausch wird durch die Geräte um ein Vielfaches beschleunigt. Lange Hin- und Rückfahrten auf die Baustellen zum Datenaustausch werden damit überflüssig. So tragen wir auch zu einem nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen bei.»

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Ein Blick hinter die Kulissen der Landolt Transport AG

 

Abfallrecycling beginnt bereits beim Sammeln und Befördern von Abfällen. Es erstreckt sich über die verschiedenen Recyclingverfahren zur Rückgewinnung von Sekundärstoffen bis hin zur Erzeugung von Energie durch die Kehrichtverbrennung.

 

Für die Abfalleinsammlung kommen Kehrichtfahrzeuge, Lieferwagen oder unsere Mulden- und Hakenfahrzeuge zum Einsatz.

 

Im Entsorgungspark angekommen werden die Wertstoffe getrennt, sortiert und – wenn immer möglich – wieder in den Stoffkreislauf zurückgegeben.

 

Das Wiederverwerten von Abfällen ist eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit, insbesondere wegen der grossen Mengen und der Sortenvielfalt des täglichen Abfalls.

 

Aufgrund der gestiegenen Abfallmenge werden bei Landolt auch mehr Mitarbeitende benötigt. Vor zehn Jahren waren zwei Angestellte in der Entsorgung beschäftigt, heute sind es vier Recyclisten und zwei Lehrlinge. Wir nehmen jährlich etwa 15’000 Tonnen Abfall entgegen.

 

Der Begriff «Abfall» ist vielfältig. Wir, bei der Landolt Transport AG, verstehen darunter folgende Wertstoffe: Hauskehricht, Grüngut, Altglas, Karton, Alteisen und PET, Produktionsabfälle, Grüngut, Karton, Altpapier, Verpackungen und Elektrogeräte, Batterien, Altmetalle, Kunststoffe und Folien aller Art und vieles mehr!

 

Wussten Sie schon? Kunststoff ist ein Rohstoff und kann wiederverwertet werden. Ein Kilogramm Regranulat (rezyklierter Kunststoff) spart bis zu drei Liter Rohöl.

 

Es kann jedoch nicht jeder Wertstoff für die Rückgewinnung genutzt werden. Wo keine Wiederverwertungsmöglichkeiten mehr bestehen, werden die Stoffe fachgerecht entsorgt oder in der Kehrichtverbrennung zur Erzeugung von Wärme und Strom ein letztes Mal verwendet.

 

Wir von der Landolt Transport AG sind stolz darauf, mit unserem Entsorgungsangebot einen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft leisten zu können. Helfen Sie mit und besuchen Sie unseren Entsorgungspark in Pfäffikon SZ oder Schmerikon.

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Wie lebt es sich mit einem Deponiebetrieb vor der Haustüre?

Frau Huber, wie haben Sie reagiert, als Sie erfahren haben, dass die JMS direkt neben Ihrem Haus und Hof eine Deponie plant?

Ich hatte immer ein gutes Gefühl mit der JMS, da sie sehr erfahren ist und man sich auf die Firma verlassen kann. Das hat sich bis heute mehr als bestätigt. Meine fünf Kinder sind immer irgendwo ums Haus oder den Hof unterwegs, und obwohl beides direkt an die Deponie angrenzt, hatte ich keine Minute Angst um ihre Sicherheit.

 

Stört Sie der Deponiebetrieb in der Arbeit und im Alltag?

Nein. Wir sind positiv überrascht, dass der Deponiebetrieb kaum Beeinträchtigungen mit sich bringt. Von Lärm und Staub sind wir beispielsweise kaum betroffen und wir konnten unseren Betrieb praktisch ohne Einschränkungen weiterführen – auch dank Realersatzland. Das ist toll so, wir sind nämlich noch nicht sehr lange an diesem wunderschönen Ort tätig.

JMS Deponie Steigriemen Familie Huber

Zufahrt zum Hof der Familie Huber

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit der Johann Müller AG?

Die Organisation und vor allem alle Mitarbeitenden arbeiten sehr professionell. Es wurde stets Wort gehalten und alles Versprochene immer und schnell umgesetzt. Wir wurden nie auch nur fünf Minuten gestört, obwohl die Deponie wirklich sehr nahe von Hof und Haus liegt. Die Strasse wurde jeden Freitagabend mit dem Waschwagen gereinigt. Die JMS-Mitarbeitenden waren sehr zuvorkommend mit den Kindern und liessen sie zum Teil sogar mitfahren. Die Deponie wird den Kindern noch lange in positiver Erinnerung bleiben. Sie haben es sehr genossen.

 

Welche Vorteile hat die Deponie für Sie und die Gemeinde Gommiswald?

Die neue Landschaftsgestaltung bringt uns viele Vorteile. Der Strassenlärm ist verschwunden und die Hangneigungen sind jetzt ebenfalls optimal. Vorher war das Gelände teilweise ziemlich steil und nicht einfach zu bewirtschaften. Ausserdem wurde die Qualität vom Land aufgewertet. Die Entwässerung des Landes ist nun besser und die Bewirtschaftung viel schöner.

Die Gemeinde Gommiswald ist mit der Deponie sicherlich nicht ärmer geworden, die JMS zahlt an die Gemeinde auch eine Art Immissionsabgabe.

 

Wie beurteilen Sie den Zustand der Wiese nach der Rekultivierung?

Der erste Eindruck ist sehr gut. Das Wasser fliesst ab und trotz der grossen Sommertrockenheit war die neu angesäte Wiese immer grün und nicht braun. Lediglich die Hirse ist ein Problem. Und leider hat das trockene Wetter diesen Sommer einen noch besseren Anwuchs der Ansaaten verhindert.

 

Wann kann die Fläche wieder landwirtschaftlich genutzt werden?

Die erste Ansaat erfolgte im April, die zweite im Mai. Zurzeit sieht alles sehr gut aus. Bisher wurden zwei Säuberungsschnitte vorgenommen und Anfang September konnte der erste Nutzungsschnitt für unseren Betrieb vorgenommen werden. Wenn wir den Boden schonend behandeln, wird der vorgenommene Aufbau – wie dieser Sommer schon gezeigt hat – eine Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit ermöglichen und dazu beitragen, dass die Verhältnisse nach Abschluss aller Arbeiten mindestens ebenso gut sind wie vor der Errichtung der Deponie – wenn nicht sogar besser.

 

JMS Deponie Steigriemen Familie Huber

Jürg und Cornelia Huber

Mehr zur Deponie Steigriemen und zur Rekultivierung erfahren Sie im Blogbeitrag «Rekultivierung der «Deponie Steigriemen» bringt viele Vorteile»

 

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Rekultivierung der «Deponie Steigriemen» bringt viele Vorteile

Noch bis Ende 2017 hat die Bauernfamilie Huber ihr Landstück Steigriemen zwischen Gommiswald und Kaltbrunn als Weideplatz für ihre Kühe und zur Graswirtschaft genutzt. Nun dient das Land vorübergehend, d.h. für die nächsten zwei bis drei Jahre, als Deponie für unverschmutztes Aushubmaterial Typ A: Im Sommer 2017 hat die JMS nach sieben Jahren Planung die Bewilligung für die «Deponie Steigriemen» erhalten.

 

Deponien sind konstant in Bewegung

Während bei Abbaustellen ausschliesslich unverschmutztes Aushubmaterial zur Auffüllung verwendet wird, werden in Deponien Materialien abfallrechtlich abgesichert abgelagert. Dabei kann Material ebenfalls als unverschmutztes Aushubmaterial (Deponie Typ A) oder wenn der Untergrund geeignet ist auch als Bauschuttmaterial (Deponie Typ B) abgelagert werden. Im Anschluss an die Auffüllung der Deponie wird mit einer fachgerechten Rekultivierung ein zwar neues, aber in die Gegend integriertes und sich einfügendes Landschaftsbild wiederhergestellt, sodass die Eingriffe in das Landschaftsbild nur von vorübergehender Natur sind.

 

Deponie Steigriemen

Diese Aufnahme zeigt den Standort der Deponie Steigriemen Ende August 2018: Die Auffüllung der Fläche 1 ist abgeschlossen und die Rekultivierung ist erfolgt. In Fläche 2 erfolgt die Weiterauffüllung. Betriebsfläche und Rekultivierung folgen sich Zug um Zug.

Baustart der Deponie Steigriemen war ein halbes Jahr vor der Eröffnung: Im Sommer 2017 begannen die sogenannten Installationsarbeiten. Das heisst, die JMS erstellte zuerst die benötigten Transportpisten sowie den Bereich der Eingangskontrolle und die Entladestellen für die LKWs. Im Februar 2018 begann der reguläre Deponiebetrieb.

 

JMS Deponie Steigriemen LKW

 

Umleitung der Grundwasserquellen

Da das Ehepaar Huber mit ihren fünf Kindern direkt neben der neuen Deponie wohnt, hat die JMS spezielle Massnahmen ergriffen, um den Betrieb möglichst emissionsarm und sicher zu gestalten. Dazu gehört nebst dem Lärm- und Staubschutz der Schutz des Grundwassers: Damit die Anwohner das Wasser weiterhin nutzen können, hat die JMS vorab diverse Grundwasserquellen gesichert und wo nötig auch umgeleitet. Die Quellen verliefen bis anhin etwa zwei Meter unter Grund, neu bis zu 15 Meter tief. Die neue Tiefe wird benötigt, damit die Grundwasserzirkulation auf dem bisherigen Stauer weiter erhalten bleiben kann und die Deponieauffüllung die Grundwasserqualität nicht beeinträchtigt. Der JMS war bekannt, dass auf dem Gelände Grundwasserquellen verliefen. Dementsprechend hat sie deren Schutz und Umleitung in die Planung miteinbezogen. «Obwohl dies einen erheblichen Mehraufwand darstellte, war uns dies ein wichtiges Anliegen und die Erfüllung der gesetzlichen Auflagen eine Selbstverständlichkeit», sagt Urs Fäs, Kiesgrubenchef JMS.

 

JMS Deponie Steigriemen

 

Auffüllung und Rekultivierung bringen viele Vorteile

Dank Reallandersatz kann die Familie Huber ihren Betrieb trotz Deponie ohne Einschränkungen weiterführen. Und die neue Endgestaltung ihres Weidelandes durch die JMS bringt für die Familie weitere Vorteile. Dank der Auffüllung ist das Gelände nicht mehr so steil und kann besser bewirtschaftet werden. Das Wohnhaus ist zudem besser gegen den Strassenlärm geschützt.

Bis der Boden wieder den Ursprungszustand erreicht hat, vergehen gemäss Kiesgrubenleiter Urs Fäs mehrere Jahre. «Unser Ziel ist es, durch eine hochwertige Rekultivierung mit Sickerhilfen und einem optimalen Bodenaufbau mit genügend Unter- und Oberboden die Bodenfruchtbarkeit sogar noch zu erhöhen.» Die positiven Auswirkungen dieser Bemühungen erkennt Familie Huber bereits jetzt: Jener Teil der Deponie, der im Frühjahr 2018 in einer ersten Etappe bereits wieder rekultiviert werden konnte, hat den Hitzesommer gut überstanden und das Wasser fliesst problemlos ab.

 

JMS Deponie Steigriemen Kanton St.Gallen

Die neu rekultivierte Wiese (links vom Hof, Etappe 1) hat den Hitzesommer gut überstanden.

Im Frühling dieses Jahres tätigte die JMS die ersten Ansaaten. Im Juli/August konnten bereits zwei Säuberungsschnitte zur Entfernung von Unkraut durchgeführt werden. Anfang September erfolgte der erste Nutzungsschnitt der frisch angesäten Wiese. Und bald werden auch wieder die Kühe der Familie Huber friedlich auf dem Steigriemen grasen können.

 

Was ein Deponiebetrieb vor der Haustüre bedeutet und wie sie die Zusammenarbeit mit der JMS erlebt, erzählt Bäuerin Cornelia Huber im Interview.

 

 

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Bauen unter Wasser

Der auf einem Ponton schwimmende Bagger auf dem Zürichsee war schon von Weitem sichtbar. Rund einen Monat war die Wasserbau-Equipe der JMS RISI zwischen Rapperswil und der nahegelegenen Insel Lützelau im Einsatz. Grund für die Arbeiten war die Erneuerung der Werkleitungen und der Abwasseranlage auf der Insel. An denjenigen Stellen, an denen die Wassertiefe weniger als zehn Metern beträgt, führte die JMS RISI den Aushub und die anschliessende Zuschüttung der Leitungen durch. Vor Rapperswil waren rund 500 Meter betroffen, vor der Insel Lützelau nochmals rund 100 Meter.

 

Steuerung mit GPS

Um den Graben genau an der vorgesehenen Stelle und in der richtigen Tiefe auszuheben, wurde der Bagger mittels GPS gesteuert. «So hatte der Baggerfahrer jederzeit den Überblick über die aktuelle Position der Baggerschaufel», erklärt Freddy Hartmann, Leiter Wasserbau bei der JMS RISI. Trotz modernster Technik sei das Einhalten der vorgegebenen Tiefe eine der grössten Herausforderungen gewesen, so Hartmann. Das Projekt konnte jedoch ohne Verzögerungen abgeschlossen werden.

 

Spezialisten im Einsatz

Von der JMS RISI waren während dem Projekt zwischen fünf und sieben Personen im Einsatz. Ein eigentliches «Wasserbau-Team» gebe es bei der JMS RISI jedoch nicht, erzählt Hartmann. Das Team mit erfahrenen Spezialisten aus dem Tief- und Spezialtiefbau werde jeweils vor dem Einsatz zusammengesetzt: «Je nach Projekt wird auch ein Taucher hinzugezogen, um unter Wasser Schweiss-, Brenn- oder Montagearbeiten durchzuführen».

 

Taucher der JMS RISI im Einsatz.

 

Dank gut ausgebildeten Mitarbeitenden und der modernen Technik kann die JMS RISI ein breites Spektrum an Tätigkeiten im Wasserbau anbieten. Dazu gehören beispielsweise das Erstellen von Hafenanlagen, Bootsstegen oder Wellenbrechern sowie Hochwasserschutz.

Und auch Rammungen unter Wasser werden regelmässig durchgeführt. Gleich nach Abschluss der Arbeiten bei der Insel Lützelau führte die JMS RISI einen weiteren Auftrag bei Rapperswil aus. «Der Bagger auf dem Ponton wurde durch einen Bagger mit Anbauvibrationsgerät ersetzt, sodass wir insgesamt 55 Pfähle für die Befestigung der neuen Signalbojen zwischen Rapperswil und Schmerikon auf dem Seegrund einbringen konnten konnten», erzählt Freddy Hartmann.

 

Mehr Ökologie im Wasserbau

Ein Thema, das beim Wasserbau in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, ist der Umweltschutz. Bis in die 70er Jahre dominierten im Wasserbau technische Kriterien – ökologische Aspekte wurden dabei oftmals vernachlässigt. Dies änderte sich in den vergangenen 20 bis 30 Jahren grundlegend, wie auch Freddy Hartmann bestätigt: «Die Anzahl an Regelungen und Richtlinien hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen». Dies betreffe beispielsweise die fachgerechte Entsorgung des Aushubmaterials. Mit dem wachsenden ökologischen Bewusstsein in der Öffentlichkeit haben bei der JMS RISI auch die Anzahl Aufträge für Renaturierungen zugenommen. «Häufig werden eingedolte Gewässer freigelegt, um sie in einen möglichst naturnahen Zustand zurückzuführen», erklärt Hartmann. Bereits mit relativ einfachen Massnahmen könne so der Umwelt viel Freiraum zurückgegeben werden.

 

Ökologische Aspekte werden zunehmend wichtiger im Wasserbau.

 

Langjährige Faszination für den Wasserbau

Ob spektakuläre Projekte auf dem See oder Renaturierungen von Gewässern: Freddy Hartmann hat die Begeisterung für den Wasserbau schon früh gepackt. «Und das, obwohl ich im Toggenburg aufgewachsen und eigentlich ein Bergmensch bin», erzählt Hartmann. Während seiner Weiterbildungszeit beobachtete er beim Erledigen der Hausaufgaben vom Seeufer aus die Lastschiffe der JMS auf dem Zürichsee. «Per Zufall wurde gleich nach meiner Ausbildung eine Stelle bei der JMS als Bauführer ausgeschrieben.» Mittlerweile ist Freddy Hartmann bereits seit über 30 Jahren bei der JMS tätig. Seit 2002 ist er zudem Mitglied der Geschäftsleitung.

 

Freddy Hartmann (rechts) ist seit 30 Jahren bei der JMS tätig und seit rund 15 Jahren Mitglied der Geschäftsleitung. Arnold Keller (links) arbeitet seit 10 Jahren als Maschinist bei der JMS.

 

 

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