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Umwelt | Nachhaltigkeit | 06.05.2021

Kiesgruben und deren ökologischer Wert

Die Kiesgruben der Johann Müller AG werden jährlich von Umweltfachleuten auf ihren ökologischen Wert geprüft. Mit den Schwerpunkten Amphibien und Libellen wurden sowohl bei einer Nacht- als auch Tagbegehung die Biotope und ihre Bewohner untersucht und erfreuliche Entdeckungen gemacht.

 

Der Zweck von ökologischen Begleitungen in Kiesgruben

Beim Abschluss von Abbautätigkeiten ist auf 15% des Perimeters ein ökologischer Ausgleich zu schaffen. Der Umfang dieses Ausgleichs kann reduziert werden, wenn bereits während des Abbaus ein Augenmerk auf die ökologischen Massnahmen gelegt wird.

Alljährlich werden deshalb im Rahmen einer ökologischen Begleitung an einem Kiesgruben-Rundgang die Wander- und Übergangsbiotope von ökologischen Fachpersonen gesichtet. Dabei werden Massnahmen festgelegt, um den Fortbestand und die Biodiversität zu gewährleisten. Diese Massnahmen dienen der Aufrechterhaltung der früheren oder bereits bestehenden Lebensräume und sind daher sehr sinnvoll. Dabei lag das Hauptaugenmerk der letzten Jahre auf den Gelbbauchunken, den Laubfröschen und vielen weiteren Tier- und auch Pflanzenarten. Eine ökologische Begleitung durch Fachexperten während der Tätigkeiten wird vom Gesetz nicht gefordert, sondern dient uns als Unterstützung, um mit den richtigen Massnahmen die Artenvielfalt vor Ort zu schützen.

Stark gefährdete Arten und ihre Siedlungsplätze
Seit Jahren werden die stark gefährdeten Gelbbauchunken, welche warme, flache und eher kahle Wasserstellen zur Laichung bevorzugen, in den bestehenden Kiesgruben gesichtet. Dabei wurden beispielsweise in der Kiesgrube Eichholz neuere Strukturen geschaffen, um die Population der Gelbbauchunken zu fördern. So werden gezielt Temporärgewässer erstellt, um den Unken wie auch Erdkröten, Fröschen und Bergmolchen Lebensräume zu bieten.

Die Kiesgrube Eichholz aus der Vogelperspektive. In Kleingewässern und an den Randbereichen der Grube befinden sich wetvolle Lebensräume.

Ökologische Erfolge in Gommiswald sichtbar

Im Abbaugebiet Schönenbach konnte im Jahr 2020 erstmals ein Kammmolch gesichtet werden. Diese Sichtung ist eine Sensation, da auch der Kammmolch eine stark gefährdete Art darstellt. In der Region konnte bisher lediglich im Kaltbrunner Riet ein kleines Vorkommen nachgewiesen werden.

Die Ansiedlung der Kammmolche in der ehemaligen Radwaschanlage in Schönenbach an sich ist bereits sehr erfreulich. Zusätzlich konnte sogar die erfolgreiche Fortpflanzung mittels Larven beobachtet werden und auch zwei rufende Laubfrösche wurden vor Ort angetroffen.

Alte, umgestaltete Radwaschanlagen bieten als künstliche Klein-Biotope hochwertige Lebensräume für starkt gefährdete Arten wie den Kammmolch und den Laubfrosch.

Dank umfunktionierter Anlagen zu neuen Lebensräumen

Während des Kiesabbaus findet ein Eingriff in die Natur statt, der für den Bau unabdingbar ist. Um  diesen Eingriff zu minimieren, wird immer häufiger mit Sekundär-Baustoffen gebaut, jedoch kann zum heutigen Zeitpunkt nicht gänzlich auf Primär-Baustoffe verzichtet werden. Deshalb ist es umso wichtiger, dass beim Eingriff in die Natur auf eine bestmögliche Aufwertung der Ökologie geachtet wird und Lebensräume sowohl erhalten wie auch neu geschaffen werden.

Die ehemalige Radwaschanlage im Abbaugebiet Schönenbach ist ein solches Beispiel, das erfolgreich zu einem künstlichen Klein-Biotop umfunktioniert wurde. Die jährlichen Rundgänge mit den Umweltfachleuten zeigen uns, dass sich die Bemühungen um nachhaltiges Handeln auch im Bausektor lohnen, dass entsprechende Massnahmen einen direkten Einfluss auf die Artenvielfalt haben und dass die Rücksichtnahme auf die Natur bereits bei den Kleinstlebewesen beginnt. (mehr zum Thema Nachhaltigkeit unter dem Blogbeitrag «Aus der Region – für die Region bei der JMS»).

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