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Umwelt | Entsorgung & Recycling | 11.12.2019

PET: Sammelweltmeister Schweiz – was geschieht mit dem Plastik?

Die Schweiz verbraucht dreimal mehr Plastik als andere europäische Länder und rezykliert weniger als 30 Prozent davon. Dabei sind über 75 Prozent des verbrauchten Plastik Einweg-Verpackungen, die im Hausmüll landen.

 

Die EU plant ein Verbot vieler Einwegprodukte aus Plastik, wie auch eine Recyclingquote für Plastikflaschen. Als eines der ersten Länder weltweit hat die Schweiz den PET-Getränkeflaschen-Kreislauf geschlossen und stellt aus alten PET-Flaschen neue her. Für die Wiedereinführung der genutzten PET-Flaschen müssen diese beim Nutzer gesammelt und fachgerecht entsorgt werden, bevor sie in die Wiederverwertung gelangen.

Doch was ist PET überhaupt? PET – PolyEthylenTerephthalat – ist ein Kunststoff, respektive ein Polyester, dass leicht, durchsichtig, bruchsicher und einfach formbar ist. Diese nützlichen Eigenschaften bleiben beim Rezyklieren erhalten und so kann rezykliertes PET wiederum zu hochwertigen Produkten verarbeitet werden.

Ist PET = PET?
Häufig befindet sich auf Salat- oder Früchteschalen der PET-Hinweis mit dem Dreiecksymbol – dies bedeutet jedoch nicht, dass man das PET automatisch dem PET-Flaschenrecycling zuführen kann. Grund dafür ist, dass für die Wiederverwendung von PET-Getränkeflaschen eine sehr hohe Reinheit benötigt wird. Sobald zu viele Fremdstoffe, wie beispielsweise Putzmittel oder Lebensmittelrückstände dem Rezyklierprozess zugefügt werden, kann die Reinheit nicht mehr gewährleistet werden. Deshalb können dem PET-Recycling nur jene Flaschen mit dem gelben PET-Logo zugeführt werden.

Im Bild: der PET-Hinweis links und das bekannte PET-Flaschen-Symbol rechts.

Damit wurde jedoch erst der PET-Getränkeflaschen-Kreislauf geschlossen, viele weitere Produkte aus Kunststoff gelangen tagtäglich in den Hausmüll und werden in den Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt.

Weshalb ist Recycling so wichtig und wohin mit dem restlichen Kunststoff?
Getränkeflaschen, Plastiktüten, Styropor, Zahnbürsten, Puppen, Sonnenbrillen, Wäschekörbe und viele weitere Produkte werden aus Kunststoff, also Plastik, hergestellt. Für die Herstellung werden nichterneuerbare Grundrohstoffe wie Erdöl, Erdgas oder Kohle verbraucht. Die Schonung dieser natürlichen Ressourcen und die Reduktion des CO2-Ausstosses bei der Herstellung und Lieferung sind zwei wichtige Nachhaltigkeitsaspekte, die für das Rezyklieren von Produkten sprechen – doch wohin mit all den verschiedenen Arten von Plastik?

So ist die Abgabe von Styropor (EPS) an privaten Sammelstellen wie auch in Werkhöfen (beispielsweise in den Entsorgungsparks Schmerikon und Pfäffikon SZ) möglich. Weitere Plastikarten können mit dem Kunststoff-Sammelsack gesammelt werden.

Die Landolt Transport AG verwertet in ihren Entsorgungsparks in Schmerikon und Pfäffikon SZ eine Vielzahl an Plastikarten.

Kunststoff-Sammelsack: Die Lösung der Plastik-Problematik?
Das Recycling von sortenreinen Kunststoffen ist sinnvoll und essenziell für ein nachhaltigeres Leben. Der Kunststoff-Sammelsack ermöglicht es, den hauseigenen Kehricht-Abfallsack zu erleichtern und gleichzeitig Kunststoff vermehrt der Wiederverwertung zuzuführen. Jedoch kann, insbesondere beim gemischten Plastik, nicht jede Kunststoffart rezykliert werden. Für eine hohe Verwertungsquote müssen gesammelte Kunststoffe möglichst rein sortiert werden. Da dies zum heutigen Zeitpunkt noch nicht vollständig möglich ist, wird ungefähr die Hälfte des gemischt gesammelten Plastik weiterhin verbrannt. Dieser Plastik, der in die Kehrichtverbrennungsanlagen zurückgeführt wird, trägt – wenn auch in geringerem Masse – einen Teil an die Wiederverwertung bei. So wird mittels dem verbrannten Kehricht Energie in Form von Fernwärme oder Strom gewonnen. Klar ist jedoch, dass jene 50 Prozent des Kunststoffs, die in den Recyclingkreislauf zurückgeführt werden können, die natürlichen Ressourcen schonen und für mehr Nachhaltigkeit sorgen.

Die untenstehende Tabelle zeigt auf, bei welchem Plastik es sinnvoll ist, diesen mittels Kunststoff-Sammelsack dem Rezyklierprozess zuzuführen.

 

Dank dem Kunststoff-Sammelsack können auch Sie bereits heute Ihren Beitrag zu einer nachhaltigeren Wiederverwendung von Plastik leisten. Durch die Minimierung von verschmutztem Plastik in den Kunststoff-Sammelsäcken wird eine grössere Verwertbarkeit möglich. Gleichzeitig werden durch das Kunststoffrecycling der Privatindustrie der Wettbewerb und entsprechend die Innovationen stetig gefördert, sodass langfristig auf eine noch bessere Kunststoffverwertung hingearbeitet werden kann.

Für weitere Informationen zu Entsorgungsmöglichkeiten bietet Swiss Recycling eine umfassende Übersicht der verschiedenen Wertstoffe. So können einige Materialien in der ursprünglichen Gattungsart recycelt und wiederverwendet und andere Materialien für die Herstellung neuer Produkte genutzt werden.

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