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Umwelt | Entsorgung & Recycling | 14.02.2018 | Umwelt | 14.02.2018

Von Bauschutt zu Beton

Über fünf Millionen Tonnen Bauschutt fallen in der Schweiz jährlich an. Ein grosser Teil davon ist Beton- und Mischabbruch. Während dieser früher häufig auf Deponien und Abbaustellen landete, werden diese Abbruchmaterialien heute vermehrt wiederverwertet, unter anderem als Bestandteil für Recyclingbeton (RC-Beton). Auch die JMS produziert seit mehreren Jahren RC-Beton, um Deponien zu entlasten und Rohstoffe zu schonen.

Mit der Wiederverwendung von Bauabbruch können natürliche Rohstoffe geschont werden.

Nicht nur Kunststoffe werden in der Schweiz immer häufiger wiederverwertet, sondern auch Materialien aus dem Rückbau von Gebäuden. Seit Ende der 1990er Jahren hat sich in der Schweiz der RC-Beton etabliert. Anstelle von Primärkies, also Kies aus natürlichen Vorkommen, wird beim RC-Beton als Zuschlagsstoff auch Beton- oder Mischabbruchgranulat (kann nebst Beton auch Backstein, Ziegel etc. enthalten) verwendet. Diese Zuschläge müssen mindestens 25 Prozent der Gesteinskörnung ausmachen, welche dem Zement und Wasser beigemischt werden.

 

Gute Eigenschaften dank verbesserter Produktion

Als Konstruktionsbeton, das heisst für den Bau von Gebäuden, ist RC-Beton bis vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Denn im Gegensatz zu reinem Beton, dessen Gesteinskörnung in der Regel sehr ausgewogen und gut bekannt ist, bestehen rezyklierte Mineralien fast ausschliesslich aus gebrochenen Körnern mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Dadurch ist es schwierig, den benötigten Anteil an Wasser und Bindemittel genau einzustellen. Doch gerade diese Zusammensetzung ist ausschlaggebend für die Verarbeitbarkeit und Festigkeit des Betons. Je mehr Bindemittel beigemischt wird, desto härter wird der Beton. Ein zu hoher Wasseranteil hat jedoch zur Folge, dass sich beim Abbindeprozess Schwindrisse bilden.

In den letzten Jahren konnte der Produktionsprozess allerdings so weit optimiert werden, dass heute die Qualität von RC-Beton derjenigen von Primärbeton ebenbürtig ist.

 

JMS-Gruppe baut Angebot laufend aus

Auch bei der Beton AG Etzel+Linth, einem Unternehmen der JMS-Gruppe, wird RC-Beton immer häufiger nachgefragt. «In den vergangenen Jahren haben wir das Angebot an Recyclingbeton laufend ausgebaut», erzählt Erwin Schmucki, Betriebsleiter der Beton AG Etzel+Linth. Zudem sei vor allem der Preis für RC-Beton aus Mischabbruch immer attraktiver geworden, was zu einer erhöhten Nachfrage führte.

Für den vermehrten Einsatz von RC-Beton spricht für Schmucki vor allem der Nachhaltigkeitsgedanke: «Durch die Verwendung von Abbruchmaterial belasten wir unsere Deponien weniger stark und wertvolle Rohstoffe können geschont werden». Günstiger wird der Beton durch die Verwendung von Recyclingmaterialien aber nicht: «Die Aufbereitungskosten für Recyclingbeton sind etwa gleich hoch wie für Beton aus Primärkies». Hinzu komme, dass beim RC-Beton der Zementgehalt deutlich höher ist als beim Primärbeton, was zu einer höheren CO2-Bilanz führe. Dies kann jedoch mit Zusatzmitteln der neusten Generation zum Teil abgefangen werden.

 

Beton- und Mischabbruch können für RC-Beton wiederverwendet werden.


RC-Beton aus Mischabbruch ist gefragt

RC-Beton ist ein vielversprechendes Baumaterial, das sehr vielseitig eingesetzt werden kann. Der Anteil von RC-Beton mit Mischabbruchgranulat liegt in der JMS-Gruppe aktuell bei ca. 10 – 15% der jährlich produzierten Betonmenge. Dieser wird gemäss Erwin Schmucki vor allem für Rohrumhüllungen, Sauberkeits- und Ausgleichsschichten sowie für Hangsicherungen eingesetzt.

RC-Beton aus Betongranulat könnte aufgrund der besseren Eigenschaften zusätzlich auch im Tiefbau eingesetzt werden. Aufgrund der höheren Kosten ist die Produktion aber deutlich geringer als beim RC-Beton aus Mischabbruch – dementsprechend kleiner ist die Nachfrage.

 

Baustoff der Zukunft

Dass der Einsatz von RC-Beton in Zukunft unabdingbar ist, bezweifeln heute die wenigsten. Fachleute gehen davon aus, dass die natürlichen Kiesvorkommen in der Schweiz schon in den kommenden Jahrzehnten zu Neige gehen werden. Obwohl die Kosten für die Herstellung momentan noch ziemlich hoch sind, ist auch Schmucki überzeugt von RC-Beton: «Kosten zu sparen ist nicht unser oberstes Ziel. Mit der Produktion und dem Einsatz von Recyclingbeton möchten wir vor allem Ressourcen schonen und eine ökologische Bauweise fördern».

 

Weitere Informationen über Reyclingbeton finden Sie im Artikel der NZZ.

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